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Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler

Porträtfoto von Dr. Janz Baumann. © SMI

Dr. Jens Baumann ist studierter Geograph und Verwaltungsfachwirt.

Er arbeitet seit 1992 im Sächsischen Staatsministerium des Innern unter anderem im Bereich »Förderung und Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes«. Neben seiner Referententätigkeit im Ministerium ist er nebenberuflich tätig an der TU Chemnitz, der Hochschule Meißen (FH) sowie als Gastdozent an der Universität Breslau.

Am 19. Juni 2018 wurde Dr. Jens Baumann von Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller zum Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen ernannt. »Wir haben uns in der Staatsregierung dazu entschlossen, einen Ansprechpartner in herausgehobener Stellung für die Interessen der Heimatvertriebenen  und  Spätaussiedler zu installieren. Diese Menschen haben unser Land nachhaltig geprägt, ihm wirtschaftliche, kulturelle und soziale Impulse gegeben. Ich bin mir sicher, dass ihre Belange bei Dr. Baumann in guten Händen sind und er die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ressorts und Verbänden intensiv koordiniert«, sagte Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller zur Ernennung.

Vergleichbare Landesbeauftragte gibt es in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg sowie beim Bund.

Allein unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sind mehr als eine Million Heimatvertriebene und Aussiedler nach Sachsen gekommen. Schätzungen gehen davon aus, dass ihr Bevölkerungsanteil heute bei rund fünf Prozent liegt. Derzeit sind noch rund 5.000 von ihnen in Verbänden im Freistaat organisiert.

»Vertriebene und Spätaussiedler bekommen eigenen Beauftragten beim Freistaat Sachsen« [Medieninformation vom 19.06.2019]

Kontakt

Dr. Jens Baumann

Postanschrift:
Sächsisches Staatsministerium des Innern
01095 Dresden

Telefon: 0351 564-30110

E-Mail: Jens.Baumann@smi.sachsen.de

Im Gespräch mit dem Chef der Staatskanzlei Oliver Schenk

Foto von Dr. Jens Baumann im Webmeeting mit Oliver Schenk

Fast schon Tradition: Im ersten Quartal ein Gespräch mit dem Chef der Staatskanzlei Oliver Schenk, der sich über die Angelegenheit der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen sowie den Umsetzungsstand der diesbezüglichen Punkte im Koalitionsvertrag informierte.

Ich konnte ihm die nächsten Schritte der Baumaßnahmen und Gestaltung der außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode mitsamt der Außenstelle der Seabreeze (letztes vorhandenes Beiboot der versenkten Gustloff) am Geierswalder See erläutern sowie auf die Teileröffnung am 12. September anlässlich des Sächsischen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung hinweisen.

Foto einer Zeitungsrezension über das Buch »Lieder der Deutschen aus dem östlichen Europa«

Neben Haushaltsfragen waren ihm auch die Sorgen und Nöte der einzelnen Verbände, u. a. natürlich mit Blick auf die Pandemie, wichtig. Ich werde in den nächsten Wochen mit jedem Verband das Jahresprogramm ab Haushaltsbeschluss vorbereiten, Publikationsmöglichkeiten (siehe die schöne Rezension zum über die Bundesrepublik hinaus gefragten Liederbuch im Foto links) wie auch die Nutzung moderner Kommunikationsformen ausbauen. Ein schönes Beispiel kann unter dem unten folgenden Link zu einer Vorschau der Ausstellung „Wolfskinder in Sachsen“ gesehen werden, die alsbald im Dresdner Hauptbahnhof live präsentiert werden soll.

Die bevorstehenden neuen Internetauftritte des Landesverbandes, der Stiftung und des EuB werden zudem die Öffentlichkeitswirksamkeit erhöhen. Auch die Bemühungen um die Spätaussiedlerrente sowie die Vorbereitung des jährlichen direkten Gesprächs mit den Verbänden zeigten in dieser prall gefüllten Stunde, dass der Staatsregierung die Vertriebenen und Spätaussiedler eine wichtige Gruppe sind, deren berechtigte Anliegen ergebnisorientiert behandelt werden.

Rundschreiben / Nachrichten / Publikationen

Vertriebenenzeitung

Die engagierte Weiterführung der Kulturarbeit nach § 96 BVFG spiegelt sich auch in der neuen Ausgabe der Zeitschrift des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. in Zusammenarbeit mit der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen wieder. Ich wünsche viel Freude und interessante Einblicke beim Lesen.

Rundbrief 2/2021

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimatfreunde und MitstreiterInnen,

im Folgenden finden Sie meinen zweiten Rundbrief in diesem Jahr wieder zur Information über Aktuelles.

Herzliche Grüße und schöne Ostern!

Ihr
Dr. Jens Baumann
Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen

Rundbrief 1/2021

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimatfreunde und MitstreiterInnen,
 
im Folgenden finden Sie meinen ersten Rundbrief in 2021 zur Information über Aktuelles.

Herzliche Grüße

Ihr
Dr. Jens Baumann
Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen

Broschüre »Heimatwechsel – Sachsen und Russland, Deutsche aus Russland in Sachsen« erschienen

Kurz vor Ende des Jahres ist nun sogar noch die Broschüre »Heimatwechsel – Sachsen und Russland, Deutsche aus Russland in Sachsen« fertig geworden; hier ein kleiner Vorgeschmack. Dank an die beiden unermüdlichen Historiker Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath wie auch die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Sachsen. Die Broschüre entstand begleitend zur gleichnamigen Ausstellung und geht vertieft auf die doch auch heute noch im öffentlichen Leben sicht- und fruchtbaren Verbindungen von Sachsen nach Russland ein. Ob Bergbau Kultur Religion (Herrnhuter Siedlungen an der Wolga) – und natürlich insbesondere die Menschen: es gilt, das kulturell-wirtschaftliche Mehr zu bewahren. Deutsche aus Russland bereichern schon lange unser Land und bringen sich intensiv ein. Die Broschüre kann über mich bestellt werden; in Kürze wird sie auch bei der Landsmannschaft in Dresden Leipzig und Chemnitz vorliegen. Wenn die Broschüre auch bei den anderen Heimatvertriebenen auf Interesse stößt, würde ich hieraus gern eine kleine Reihe die nächsten Jahre entwickeln »Heimatwechsel Ostpreußen«, »Heimatwechsel Schlesien« usw. In Verbindung mit Wirtschaft, Kultur, Integration (dort, wo man sich engagiert, hat man eine neue Heimat gefunden) und heutigen Kontakten ließe sich überzeugend zeigen, wie fruchtbar und wichtig die Pflege des kulturellen Erbes für ein europäisches Miteinander ist. Vielleicht bietet sich sogar ein umfassenderer Kontext an, denn Heimatwechsel ist nicht auf die Vergangenheit beschränkt. Wir haben der Broschüre auch bewusst den Titel Heimatwechsel gegeben, weil es eben nicht nur um Verlust sondern auch um Neues geht, mit Willkommen wie auch Engagement etwas Schönes entstehen kann. Sachsen ist ein Land, wo man gern sagt: Meine (neue) Heimat. Dies zu vermitteln ist mir auch Anliegen 2021. An meine Leser hier für 2021: bleiben Sie gesund und engagiert; behalten wir uns einen breiten thematischen Blick und Diskurs; denken wir daran, was die/der Gegenüber zuerst immer ist: ein Mensch wie du und ich; und packen wir die Dinge mit der notwendigen Portion Selbstvertrauen und Zuversicht an, nur so können sie gelingen. Ich freue mich auf die Zeit, wenn wir uns wieder persönlich begegnen können.

Liederbuch der Deutschen aus dem östlichen Europa erschienen

Nun ist es geschafft (und damit so viel geworden dieses Jahr): Die Stiftung »Erinnerung Begegnung Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen« hat das »Liederbuch der Deutschen aus dem östlichen Europa« herausgebracht, druckfrisch liegt es seit heute vor. Diese Sammlung vereint Noten und Texte der von den Vertriebenen und Spätaussiedlern im Freistaat Sachsen gesungenen Lieder, die zu unserem kulturellen Erbe gehören. Wie wichtig diese Art der Übermittlung und Vergegenwärtigung ist, wurde mir als Beauftragtem für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen erst Schritt für Schritt klar. Fortan soll dieses Buch, pünktlich vor Weihnachten erscheinen, die Treffen und Veranstaltungen begleiten. Es ist für 10 Euro über die Landesgeschäftsführerin Claudia Florian (c.florian-lvs@t-online.de) oder auch mich (zzgl. Versand) bestellbar. Viel Freude damit in der Adventszeit wünsche ich von Herzen; einen kleinen Einblick anbei im unten stehenden pdf-Dokument oder auf meiner Facebook-Seite.

Neuerscheinungen veröffentlicht

Ich freue mich über drei neu erschienene Publikationen.

Als erstes liegt der erste Band »Für Freiheit, Recht, Zivilcourage. Der 20. Juli 1944« der neuen Reihe »Widerstand im Widerstreit« vor. Er ist das Ergebnis der letztes Jahr geförderten Tagung am Militärhistorischen Museum in Dresden, für die Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll und Dr. Rüdiger von Voss verantwortlich zeichneten. Als Autor konnten wir u. a. Peter Brandt gewinnen. Freiheit, Recht und Zivilcourage sind die Säulen unserer Demokratie!

Dann ist dank Dr. Lars-Arne Dannenberg die neue Verbandszeitung des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz erschienen, die derzeit ausgeliefert wird; Inhaltsverzeichnis anbei.

Nicht zuletzt ist durch die rührige Arbeit der stellvertretenden Direktorin des Deutschen Historischen Instituts Warschau Prof. Dr. Ruth Leiserowitz die ebenso über meinen Bereich geförderte Wolfskinderausstellung und die Begleitbroschüre fertig. Sie zeigt das Leid der Wolfskinder, die Hilfe in Litauen und stellt die besonderen Bezüge zu Sachsen wie auch das Leid heutiger Flüchtlingskinder dar. Geplant ist die Präsentation ab Januar im Besucherzentrum im Dresdner Hauptbahnhof.

Entschädigungszahlungen in Rumänien für die Opfer des Kommunismus – dazu gehören politische Verfolgung, Verschleppung, Zwangsarbeit und Zwangsumsiedlung

Der Deutsches Rotes Kreuz – Landesverband Sachsen e. V. (DRK Sachsen) hat mitgeteilt, dass nach seiner Kenntnis Rumänien Entschädigungszahlungen für die Opfer des Kommunismus auf Nachkommen von Verschleppten und Deportierten ausgeweitet hat. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem nachfolgenden Schreiben des DRK Sachsen.

Aufruf der Beauftragten der Länder anlässlich des bundesweiten Nationalen Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung

Die Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Bayern, der Länder Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und des Freistaates Sachsen rufen hiermit auf, am 20. Juni der Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsdeportation zu gedenken sowie insbesondere sich auch das Kriegsfolgeschicksal der Deutschen Minderheiten zu vergegenwärtigen. Alle diese Gruppen wirken daran mit, dass die Brücken in die alte Heimat heute zu festen Fundamenten guter und freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern werden können.

Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen liegen mir damit grenzüberbrückende Projekte besonders am Herzen. So unterstütze ich eine Wanderausstellung des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit im Gleiwitz/Gliwice zu 75 Jahre Kriegsende, die im Rahmen des diesjährigen internationalen Schlesienseminars in Schloß Groß Stein (Kamien Slaski) eröffnet werden soll (voraussichtlich Ende Oktober). Des Weiteren wird es voraussichtlich im November gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau eine internationale Tagung zu eben diesem Thema in Warschau geben. Ebenso sollen das im Juli auszuschreibende Stipendium, eine erstmalige Preisverleihung und der nächste trinationale Schülerwettbewerb der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration und des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. den Kontakt mit unseren östlichen und südosteuropäischen Nachbarn zu intensivieren helfen. Mit diesen und weiteren Initiativen soll der Aufruf mit Leben erfüllt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Jens Baumann
Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler

75 Jahre Kriegsende: Wir erinnern an Flucht und Vertreibung der Deutschen aus dem Osten

Liebe Heimatfreunde, sehr geehrte Damen und Herren,

in wenigen Tagen erinnern wir an 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir erinnern damit auch an die Schuld und das millionenfache unzählbare Leid, welches Nazideutschland über die Völker der Welt gebracht hat. Den Aufstieg unseres Landes als geachtetes und wirtschaftlich starkes Land innerhalb der europäischen und auch der weltweiten Staatengemeinschaft hätte damals niemand für möglich gehalten. Er ist Ausdruck des Lernens aus der Geschichte, von eigenem Willen und Können und der Hilfe von außen: von Ländern, die Nazideutschland erobern wollte – und die heute mit uns befreundet sind.

Die Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Bayern, der Länder Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und des Freistaates Sachsen erinnern mit dem beigefügten »Aufruf« zugleich aber auch an das manchmal in Vergessenheit geratene Leid der Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Spätaussiedler. Wir verbinden dies mit der Hoffnung, dass auch diese Geschichte im festen Bewusstsein unseres Volkes bleibt und eine angemessene Berücksichtigung erfährt; nicht zuletzt haben gerade auch die Heimatvertriebenen und Spätaussiedler zur Entwicklung unseres Landes erfolgreich beigetragen. Sie haben gezeigt, wie man trotz Heimatverlust sich eine neue zweite Heimat aufbauen kann und wie die Brücken in die alte Heimat heute zu festen Fundamenten guter und freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern werden können.

Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen habe ich daher einige Projekte auch ganz besonders befördert. So unterstütze ich eine Wanderausstellung des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit im Gleiwitz/Gliwice zu 75 Jahre Kriegsende, die im Rahmen des diesjährigen internationalen Schlesienseminars in Schloß Groß Stein (Kamien Slaski) eröffnet werden soll (voraussichtlich Ende Oktober). Des Weiteren wird es voraussichtlich im November gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau eine internationale Tagung zu eben diesem Thema in Warschau geben. Auch der Sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung am 13. September wird diesem Datum ein ganz besonderes Gewicht beimessen. Nicht zuletzt sollen ein zukünftiges Stipendium, eine erstmalige Preisverleihung und der nächste trinationale Schülerwettbewerb der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration und des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. hieran anknüpfen. Mit diesen und weiteren Initiativen soll der Aufruf mit Leben erfüllt werden.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Mai und hoffe mit Ihnen gemeinsam auf eine schrittweise Rückkehr in den Alltag und die Wiederaufnahme unserer Projekte und Begegnungen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Jens Baumann
Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler

Terminrückblick (Auswahl)

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Terminen des Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler, Dr. Jens Baumann, von dessen Facebook-Seite.

Gruppenbild vom Gedenkgottesdienst

Festveranstaltung und (Fernseh-)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier - nunmehr über 70 Jahre Bestand: für ein Miteinander und die Bewahrung schlesischen Kulturerbes wie auch der Fortentwicklung im deutsch-polnisch-tschechischen Zusammenwirken. Entsprechend hatte der Gottesdienst sprachlichen Dreiklang. Ich habe mich sehr über die Einladung und Mitwirkungsmöglichkeit gefreut - Dank an Generalsuperintendent Herche und Oberkonsistorialrätin Kempgen. Der Tag lies auch Zeit für das Wichtigste: Gespräche ohne Hast miteinander, Zurückblicken (mit einem wichtigen politischen Schlesienfreund: MdL a.D. Volker Bandmann), Zuhören, neue Kontakte knüpfen, Ideen ansprechen (mit Pfarrer Dr. Paul zu Jakob Böhme, mit Dr. Aderhold und Bischof Pytel zur Friedenskirche Schweidnitz uvam). Eine sehr gelungene Veranstaltung, die zeigte: 70 Jahre sind ein Schritt auf einem langen gemeinsam Weg. Die Predigt berührte das Wachsen der Gemeinschaft aus den damaligen Zeitereignissen und suchte die Brücke auch zu Flucht Vertreibung und den aktuellen heutigen Katastrophenereignissen - Glauben gibt Kraft und schafft Raum für Handeln, aber das müssen wir mit unseren moralischen Wertmaßstäben selbst tun.

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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
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Festveranstaltung und (Fernseh)Festgottesdienst der Gemeinschaft evangelischer Schlesier
Dr. Jens Baum im Gespräch mit dem Integrationsbeauftragten der SPD-Landtagsfraktion (und Koalitionspartner) Albrecht Pallas (li.)

Im Sächsischen Landtag tauschte ich mich heute mit dem Integrationsbeauftragten der SPD-Landtagsfraktion (und Koalitionspartner) Albrecht Pallas zu Fragen der Integration und Teilhabe aus. Alsbald wird ein Besuch in dem im Entstehen begriffenen und im Koalitionsvertrag verankerten außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode erfolgen. Ich freue mich darauf. Es gilt gemeinsam Möglichkeiten auszuloten, wie wir dann dort die Vermittlung von Heimatliebe (für mich erwächst daraus eben bürgerschaftliches Engagement, auf dem demokratische Gemeinwesen beruhen), Integration früher heute uam breit aufstellen können.

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Gesprächsrunde mit dem Ostbeauftragten Marco Wanderwitz
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Der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz im Gespräch
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Der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz im Gespräch

Am 13.7. begleitete ich den Ostbeauftragten der Bundesregierung Marco Wanderwitz, MdB CDU/CSU Fraktion, zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Landesverband, insbesondere der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sowie der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen in deren Begegnungsstätte in Chemnitz. Die Themen waren über Rente, Sicherheitsgefühl bis hin zum Umgang und dem Wert von Heimat vielschichtig und führten nicht zuletzt zu Anregungen über bspw die weitere Aufarbeitung und Vertiefung zu Fragen des Umgangs mit Vertriebenen, Zuwanderern, Minderheiten und gesellschaftlicher Integration auch vor 1990 im Vergleich von alten und neuen Bundesländern. Das Gespräch wird fortgesetzt.

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v. l. n. r.: Frank Hirche, Ronald Pohle, Liane Labuhn, Dr. Jens Baumann.

Gruppenfoto von Frank Hirche, Ronald Pohle, Liane Labuhn, Dr. Jens Baumann. Im Hintergrund eine Videoleinwand auf der Oliver Schenk zu sehen ist.
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Ein Junge spielt eine kleine Gitarre.
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Drei Männer stehen vor einem großen gerahmten Bild.

Zwar nicht die Menschen, doch die Termine reichen sich nun die Hand.

Heute Landesverbandstag der Vertriebenen und Spätaussiedler in Chemnitz, auf dem Foto der Vorsitzende Frank Hirche, seine 1. Stellvertreterin Liane Labuhn, MdL Ronald Pohle (vertriebenenpolitischer Sprecher der CDU Landtagsfraktionen).

Sowohl der Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller als auch der Chef der Staatskanzlei Oliver Schenk übermittelten Videobotschaften, die die Delegierten sehr ansprachen, spannten sie doch den Bogen von dem gerade eröffneten Berliner Dokumentationszentrum zum 12. September, dem Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung, an dem in Knappenrode das neue außerschulische Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat teileröffnet wird. Zudem wird der ZukunftErbe-Preis verliehen. Diese Themen wie auch das nächste grenzüberschreitende Chöretreffen in Reichenbach/Oberlausitz am 3. Oktober im Rahmen des Erntedankfestes sowie natürlich die Vereinsarbeit wurden ausführlich diskutiert bzw. vorbereitet.

Die musikalische Umrahmung kam von Maxim, einem der Preisträger von Jugend musiziert (er wirkt im Jugendchor Sonnenschein der Deutschen aus Russland mit).

Nachher war ich noch gemeinsam mit Frau Labuhn, dem OBM sowie der Schulleiterin der Gerhart Hauptmann Oberschule in Limbach-Oberfrohna beim dortigen Verein, der mit einem Bild – gefertigt von Schülern – den Rahmen von Heimat gestern und heute sowie dazu passende Projekte diskutierte, die ich gern weiterhin unterstützen werde. Insgesamt merkt man: alle haben sehnsüchtig die Wiederaufnahme der kulturellen Arbeit herbeigesehnt und sind voller Energie und Tatendrang.

 

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Fünf Männer stehen vor dem Gedenkstein.
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Das Foto zeigt den Gedenkstein, auf dem die Namen der Opfer eingraviert sind. Davor liegen Blumenkränze.
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Ein Mann hält vor Publikum eine Rede. Er steht vor dem Gedenkstein.

Im Wald bei Kossorowitz, Gemeinde Tarnau (Tarnow Opolski) wurde heute der Gedenkstein für die dort vom NKWD 1945 von der Arbeit weg verschleppten ca. 30 Männer eingeweiht, von denen nur acht aus Sibirien zurückkehrten. Josef Waletzko, der seinen Vater mit 12 Jahren noch früh zur Arbeit begleitet hatte, schilderte die Geschehnisse und das daraus erwachsene Vermächtnis »nie wieder Krieg« in eindringlichen Worten. Heute hat er einen Ort zum Trauern bekommen.

Dank an ihn, den engagierten Bürgermeister Krzysztof Mutz, die vielen Bürger der Gemeinde, die mit gespendet haben, die Deutsche Minderheit, die entsprechend publizierte und unterstützte. Ich habe das sehr gern mit Fördermitteln, und eben auch dem kleinen Tagesausflug von gut 800 km begleitet. Wir haben uns am Rande noch darauf geeinigt, dass wir noch die Beschilderung und eine Tafel zur Geschichte fördern werden. Die Bilder zeigen, wie engagiert die Gemeinde ist, ein Zelt mitten im Wald aufbaute, Kuchen Kaffee anbot, die Bürger zu Fuß zu Rad fünf Kilometer auf sich nahmen. Ein kleines Gemeinde-Gedenkfest.

So bleiben die Opfer unvergessen, wohl wissend: ob im Krieg oder Alltag: jedes Opfer ist eines zuviel, in uns steckt doch die Möglichkeit zum Guten.

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Mitglieder des technischen Ausschusses des Kreistages Bautzen verfolgen eine Präsentation
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Dr. Jens Baumann spricht vor dem technischen Ausschuss des Kreistages Bautzen

Am 5. Juli konnte ich gemeinsam mit Frank Hirche, Vorsitzender der Stiftung »Erinnerung Begegnung Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen«, das Vorhaben »Außerschulische Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat im Knappenrode« vor dem Technischen Ausschuss des Kreistages Bautzen präsentieren. Danach volle Zustimmung der Kreisräte zum Abschluss des Erbbaupachtvertrages mit der Stiftung; nunmehr ist das Vorhaben langfristig gesichert.

Dank an die Kreisverwaltung für die gute Unterstützung und Begleitung, Dank an die Kreisräte für das Vertrauen!

Riesengebirgspreis für Literatur

Der erste Schlesien-Tag dieses Jahr … Besprechung in Schloß Wernersdorf zu den Regularien und Zeitplan des diesjährigen Riesengebirgspreis für Literatur. Er wird am 8.12. verliehen werden, bis 30.9. sind Einreichungen an den VSK möglich. 18.30 im Carl Hauptmann Haus in Schreiberhau/Szklarska Poręba Vortrag vor Studenten der Riesengebirgshochschule und Exkursionsmitgliedern der Stiftung Kulturwerk Schlesien zu dem grenzüberschreitenden Möglichkeiten der Bewahrung des kulturellen Erbes. Die Studenten stellten dann ihre eigenen Forschungen vor, die sie in ca 14 Tagen verteidigen werden; ich drücke die Daumen! 21.00 noch ein Treffen mit Viola Wojnowski vom OP ENHEIM; einem ganz wichtigen künstlerischen und kulturellen Ort in Breslau. Wir werden auch sicherlich kommendes Jahr erneut den Architekturpreis unterstützen!

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Riesengebirgspreis für Literatur
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Riesengebirgspreis für Literatur
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Riesengebirgspreis für Literatur
Nationaler Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung

Transferraum Heimat im Entstehen: Wandelgang durch die Heimatgebiete, Fluchtwaggon mit VR-Film, danach Integration in West und Ost. Der erweiterte Landesvorstand der Vertriebenen und Spätaussiedler nahm den 20. Juni zum Anlass, seine zukünftige Bildungsstätte zu besuchen. Der 20. Juni ist der nationale Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung und Weltflüchtlingstag. Er weist uns darauf hin, dass Flucht und Vertreibung auch nach 76 Jahren nach dem 2. Weltkrieg leider gegenwärtig sind. Viele Menschen, die heute in Sachsen leben, wissen aus eigener Erfahrung oder aus den Erzählungen ihrer Angehörigen, was Heimatverlust bedeutet. Der 20. Juni bietet einen guten Anlass, das Thema aus dem privaten Empfinden heraus in die Öffentlichkeit zu tragen und gesamtgesellschaftlich zu diskutieren. Die Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler haben Sachsen mit aufgebaut und sind auch heute mit ihrer Erfahrung und ihre Verbindung in die ehemaligen Heimatgebiete eine Bereicherung. Auch aus diesem Grunde begeht der Freistaat Sachsen am zweiten Sonntag im September, dieses Jahr am 12. September, einen eigenen Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung. Der Sächsische Landtag hat mit seinem Beschluss zum sächsischen Haushalt im Mai des Jahres einen guten Grundstein gelegt, dass auch die Vertriebenen und Spätaussiedler und alle anderen Menschen und Vereine, die sich grenzübergreifend dem Erhalt des kulturellen Erbes widmen, ihre Projekte weiterführen können. Neben der Teilöffnung der außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte „Transferraum Heimat“ in Knappenrode am 12. September 2021 wird dieses Jahr insbesondere der 80. Jahrestag der Auflösung der Wolgarepublik im Mittelpunkt des des Gedenkens stehen. Außerdem unterstützt der Freistaat Sachsen in diesem Bereich die Verleihung des Riesengebirgspreises für Literatur am 8.12.2021 sowie die Verleihung des ZukunftErbe-Preises am 12. September 2021.

Nationaler Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung
Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden

Am 15. Juni war es soweit: das Regionalbüro der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden wurde eröffnet. Marschall, Ministerpräsident und Landtagspräsident wiesen auf die enge Verbindung, das teilweise gemeinsame kulturelle Erbe, die grenzübergreifenden Projekte/gelebten Alltag hin. Mit dem Büro mitten im Regierungszentrum als Pendant zum sächsischen Büro in Breslau wird sich die Zusammenarbeit noch mehr vertiefen und besser sowie kurzfristiger koordinieren lassen. Innenminister und die Kulturministerin wie auch die Justizministerin waren daher auch zur Eröffnung und einem ersten Austausch. … Anschließend ging es dann gleich nach Bautzen zum vornehmlich digitalen Landrat-/Bürgermeistergespräch mit den sorbischen Kommunen bzgl. der Vertiefung und Umsetzung des kommunalen Programms zu Zweisprachigkeit; auch das aus diesen Mitteln geförderte Servicebüro stellte seine Tätigkeit vor. Insbesondere gilt es zukünftig, die Verwaltungssprache auch in Sorbisch weiterzuentwickeln sowie die Bürger/Vereine bzw. ihre Bedarfe verstärkt in die Projekte einzubeziehen. Einen Großteil der Mittel konnte ich kurz nach dem Haushaltsbeschluss durch den Sächsischen Landtag schon zuweisen. Beide Termine hatten eines gemeinsam: Zweisprachigkeit dient den Menschen in den Regionen und lässt zusammenfinden.

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Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden
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Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden
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Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden
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Eröffnung des Regionalbüros der Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden
Museum der Geschichte der polnischen Juden

Förderung und Teilnahme vom 7. bis 10. Juni an der Tagung "Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West" in Warschau. Man merkt den Referenten und Teilnehmern die Lust auf den persönlichen Austausch (ermöglicht durch die Impfungen; heute zeigt man zuerst den Impfpass anstelle der Visitenkarte) und fachlichen Diskurs, der sich in den Pausen fortsetzt, an; das hybride Format lässt die Tagung wahrlich umfassend europäisch werden. Der Bogen spannt sich von kleinräumigen Analysen (Vertreibung und Neuansiedlung in polnischen und tschechischen Orten, mit viel Empathie auch für diejenigen, die ihre Heimat verlassen mussten, von Frau Cwiek-Rogalska) über die Betrachtung kleinerer ethnischer Gruppen, wie der Sorben, und ihrem Kampf um Behauptung eigener Identität (Milos Reznik) bis hin zur Betrachtung geostrategischer Konzepte (Hans-Christof Kraus). Lehrreich. Es entsteht ein Bild vom Ringen und Verantwortung um die Entwicklung Europas nach 1945. Mein Dank geht an das DHI für die Durchführung, die TU Chemnitz für die inhaltliche Ausrichtung und die Max Weber Stiftung sowie das Tschechische Zentrum für die Begleitung. Ein umfassendes Bild, was Neuansiedlungen (ob in Kaliningrad Breslau Lemberg oder wo auch immer) mit der Bevölkerung, mit der Region machte und macht, wann und wie Verbindungen zur alten Heimat bleiben und welche Potentiale gerade solche Regionen für die Identität und damit das bürgerschaftliche Engagement heute haben und warum wie entwickeln können, wäre einmal zu zeichnen. Eine kurzer Besuch in der Deutschen Botschaft (gleich neben der französischen, mit der kleinen Ausstellung im öffentlichen Raum hier im Bild) brachte ein interessantes aufschlussreiches Gespräch, ua zu den Gedenkveranstaltungen in Toczek/Tost, mit dem Gesandten Knut Abraham. Ein ausgefülltes Programm in einer wunderschönen europäischen Metropole.

Zum Abschluss der Konferenz noch ein anderes Eintauchen in die Geschichte - Besuch des Museums der Geschichte der polnischen Juden: POLIN … Gebaut mitten im ehemaligen Warschauer Ghetto, wo kein Stein nach dem Aufstand und dessen Niederschlagung 1943 mehr auf dem anderen stand und wo über 400.000 Menschen ermordet wurden, entweder „hier“ oder im KZ Treblinka. Das Denkmal erinnert an die Millionen vernichteten Juden, hier kniete ua Bundeskanzler Willy Brandt. Das Museum, erbaut von einem finnischen Architektenteam, gibt sich nach außen eher unaufgeregt (natürlich mit vielen Erzählansätzen wenn man sich auf es einlässt), während sich im Inneren weiche Formen anschließen und, ganz weitgehend ohne Originale sondern durch eine Erzählung (die man gesehen haben muss, 2016 als bestes Museum in Europa ausgewählt; auch das Solidarnosc-Museum in Danzig finde ich hervorragend; irgendwie leben die Museen hier und überfrachten den Besucher nicht mit Texten, sondern sind versucht, dass Bilder im Kopf entstehen und man diese mitnimmt) die Geschichte der Juden entsteht - ihr Kommen, ein Erblühen des Lebens und der Siedlungen und enge Verbindung zum polnischen Staatswesen (das Erblühen wird durch Raumweitungen, sofort erlebbar) und ihr - Verschwinden (bevor sich jetzt der deutsche Leser beschwert: das waren die Worte unseres israelisch-polnischen Guide). Es ist also kein Holocaustmuseum, sondern ein polnisches Museum (wichtig wegen der SprachWahl) über die Gesamtgeschichte eines kulturell-wirtschaftlich bedeutenden Teils der Gesellschaft. Und wenn man dann bedenkt, dass diese Menschen vorrangig jiddisch sprachen … wenn man in Warschau ist, eine Metropole mit eher südländischen Flair, freundlichen und gutangezogenen Menschen (was ja auch ein Ausdruck von Kultur und (Selbst-)Achtung ist), gehört dieses Museum mit dazu, denn es lässt einen die Geschichte Polens noch mal anders verstehen und die Ungeheuerlichkeiten des 2. Weltkrieges, die Ungeheuerlichkeiten der Nationalsozialisten = der Deutschen, das darf man nicht an die Nationalsozialisten wegdelegieren, auch wenn natürlich Deutsche ebenso gegen den Nationalsozialismus kämpften und genauso in KZs kamen, verdoppeln sich gerade in Warschau, einer Stadt zu über 80 Prozent zerstört und einem zerstörten und hingemordeten Ghetto … mir fällt bei meinen Besuchen solcher Gedenkstätten immer wieder das Buch von Benedikt XVI ein „Wo war Gott“ …

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Tagung "Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West" in Warschau
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Tagung "Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West" in Warschau
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Tagung "Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West" in Warschau
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Tagung "Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West" in Warschau
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Tagung "Zweierlei Neuanfang - das Ende des 2. Weltkrieges in Ost und West" in Warschau
Im Vordergrund Amtschef Thomas Rechentin. In der hinteren Reihe stehendend Dr. Jens Baumann (links) und Hartmut Kohn © SMI/PÖ

Seit Donnerstag, den 20. Mai 2021, wird im Foyer des Sächsischen Staatsministeriums des Innern die Wanderausstellung „Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter präsentiert. Die Ausstellung macht auf das Schicksal anhangloser Kinder und Jugendlicher aus dem nördlichen Ostpreußen aufmerksam, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Litauen flüchteten und ihre deutsche Herkunft zumindest zeitweise verschleiern mussten; sie bangten um ihr Leben, mussten Essen erbetteln und waren von Hunger getrieben (daher der Begriff "Wolfskinder").  Sie fanden vielfach Hilfe bei den Litauern. Eine größere Anzahl von ihnen konnte später auch in Sachsen aufgenommen werden, sie kamen in Kinderheime und Pflegefamilien. Die Ausstellung schlägt ebenso den Bogen zum DRK-Suchdienst heute und sensibilisiert für das Leid und die Schutzlosigkeit von Kindern in gegenwärtigen Konfliktregionen. Mein Dank geht vor allem an den Dresdner Langstreckenläufer Hartmut Kohn, der dieses Projekt bei der Suche nach seinem verschollenen Onkel Werner wesentlich vorantrieb sowie natürlich an den Wolfskinder-Geschichtsverein Berlin e. V., insbesondere Frau Prof Ruth Leiserowitz, stellvertretende Direktorin des Deutschen Historischen Instituts Warschau Warschau, und ihren Ehemann Michael Leiserowitz, die für die Umsetzung und weitere Vertiefung sorgten. Die Wanderausstellung (11 Roll up nebst einem kleinen Katalog; dieser wird noch auf litauisch herausgegeben) kann durch interessierte Vereine, Schulen, öffentliche Einrichtungen usw. gern kostenlos über den Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen ausgeliehen werden.

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(© SMI/PÖ)
Wolfskinder in Sachsen
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(© SMI/PÖ)
Wolfskinder in Sachsen
Das Foto zeigt Dr. Jens Baumann mit Frau Prof. Ruth Leisrowitz.

Nun frisch aus Warschau angekommen im Ministerium: die Wanderausstellung „Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche“ (11 Roll ups). Wir werden diese hier präsentieren; Interessenten können diese auch gern über mich ausleihen; ein kleiner Eröffnungsbeitrag als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler ist selbstverständlich möglich. Mein Dank geht vor allem an den Dresdner Langstreckenläufer Hartmut Kohn, der dieses Projekt bei der Suche nach seinem verschollenen Onkel Werner wesentlich vorantrieb sowie natürlich an Frau Prof Ruth Leiserowitz; stellv Direktorin des DHI Warschau (im Bild), und ihren Ehemann Michael Leiserowitz, die für die Umsetzung und weitere Vertiefung sorgten. Wir besprachen bei der Übergabe auch die Herausgabe des Katalogs auf litauisch; die Wolfskinder fanden vielfach Hilfe gerade in Litauen.

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Broschüre "Wolfskinder in Sachsen"
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Broschüre "Wolfskinder in Sachsen"
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Broschüre "Wolfskinder in Sachsen"
Das Foto zeigt Dr. Jens Baumann im Homeoffice im Gespräch mit Julita Zaprucka und Dr. Jozef Zaprucki.

Am 15.3. im Homeoffice Zusammenkunft mit Julita Zaprucka, Direktorin des Carl- und Gerhart Hauptmann Hauses Schreiberhau/Szklarska Poręba, und Dr. Jozef Zaprucki, Beauftragter für Auslandsbeziehungen des Rektorats der Riesengebirgshochschule/staatliche Fachhochschule Hirschberg/Jelenia Gora und im Übrigen einer der beiden ersten Preisträger des letztjährigen ZukunftErbe-Preises. Wir diskutierten u. a. den Ablauf der deutsch-polnischen Beschriftung der Ausstellung »Transferraum Heimat« in Knappenrode, die diesjährige Auslobung des Riesengebirgspreises für Literatur und das Jahresprogramm des Museum für Sport und Touristik in Krummhübel/Karpacz wie auch weitere Friedhofssanierungsmassnahmen des evangelischen Friedhofes in Schreiberhau. Deutsch polnische Zusammenarbeit ist nicht nur ein Schlagwort, sondern unabhängig von Pandemie und anderen Unwägbarkeiten ein fester Bestandteil im Denken und Herzen.

Am 13. Februar nahm ich stellvertretend für die Vertriebenen an der Kranzniederlegung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Nordfriedhof Dresden teil. In dieser Nacht verloren auch unzählige Flüchtlinge, die sich bereits in der Stadt aufhielten und sicher glaubten, ihr Leben, nachdem sie schon ihr Hab und Gut verloren hatten. Mit meinem Kranz erinnere und gedenke ich auch dieser oftmals namenlosen Opfer. Der Krieg tobte längst wieder auf deutschem Boden, seinem Ausgangspunkt. Aber er wütete nun auch unter der Zivilbevölkerung, den Wehrlosen. Es macht mich zutiefst traurig, wenn ich zunehmend die vielen Schmierereien auf Gedenktafeln lese wie »Deutsche waren keine Opfer, nur Täter«. Waren die verbrannten Kleinkinder, Frauen und alten Leute alle und nur Täter? Ist es eine sinnvolle Diskussion, nur das eine oder das andere zuzulassen, die Opferzahlen hoch und runter zu rechnen um irgendetwas zu beweisen? Ist es nicht eher so wie Hanns Cibulka wohl einmal schrieb: »Im Tod endet alle Feindschaft«??? Wir sind alle Menschen und wollen –nein, müssen – eine Gemeinschaft bilden, wir brauchen nicht noch mehr Risse in unserer Gesellschaft sondern VERSÖHNUNG. Was gewinnen wir, wenn wir diskutieren, ob der Wiederaufbau Dresdens und die denkmalpflegerischen Leistungen in einem Zusammenhang mit politischen Haltungen der Einwohner stehen? Ich bleibe dabei: unser Volk trägt eine schwere Bürde, aus der sich Verantwortung ergibt; diese verklingt nicht. Unser Volk hat ebenso seine Opfer, auch diese mahnen dauerhaft. Und wir trauern um sie heute am 13. Februar, dem Gedenken an die sinnlose Zerstörung Dresdens mit zehntausenden Toten – in der Hoffnung auf ein Miteinander in unserer Gesellschaft, über die Grenzen hinweg, über Hautfarben hinweg, über Vorurteile hinweg.

Am 11. Februar 2021 hat eine Sitzung des Landesmigrationsbeirat in Form einer Videokonferenz stattgefunden. Ich konnte u. a. unsere Aktivitäten und Unterstützung des Dachverbandes der Spätaussiedler vorstellen. Aber auch viele andere Themen wie das Sächsische Teilhabe- und Integrationsgesetz wurden aufgerufen und geben ein Gesamtbild der Aufgaben, Erfolge und Probleme in diesen Bereichen.

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Das Foto zeigt wie der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler über seinen Laptop an einer Videokonferenz teilnimmt.
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Das Foto zeigt die Tagesordnung der Sitzung des Landesmigrationsbeirates angezeigt auf einem Bildschirm.

Am Montag, dem 8. Februar 2021: »Großer« Bahnhof auf dem Bahnhof Bautzen. Der gestaltete Triebwagen des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) wurde vorgestellt und ging kurz danach in seinen Regelbetrieb. Damit kündet er auf der Strecke Görlitz – Dresden davon, dass die Lausitz zweisprachig ist, die sorbische Sprache zu unserem Alltag gehört, auch über die Grenzen des Siedlungsgebietes hinaus. »Sorbisch? Na klar!« wird damit noch sichtbarer. Reisen bildet – ganz praktisch, und regt vielleicht auch an, sich mit der sorbischen Sprache und Kultur vermehrt zu beschäftigen. Dank des Förderprogramms zur Unterstützung der kommunalen Aktivitäten zur Beförderung der Zweisprachigkeit konnte ich dieses Vorhaben fördern. Landrat Michael Harig als Verbandsvorsitzender und Dawid Statnik als Vorsitzender der Domowina (beide im Bild) hatten sich mit der Länderbahn für eine zügige und reibungslose Umsetzung eingesetzt. Die Bilder zeigen: ein schicker Triebwagen, der angenommenen werden wird ... gute Reise!

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(© ZVON)
Foto eines Triebwagens im Bahnhof stehend. Der weiße Triebwagen ist mit Kampagnenaufklebern in deutscher und sorbischer Sprache beklebt. Davor stehen drei Männer, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
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(© ZVON)
Foto eines in sorbischer Sprache beklebten Triebwagens.

Auslobung des ZukunftErbe-Preises, Riesengebirgspreises für Literatur & eines Stipendiums

Wanderausstellungen

Folgende Ausstellungen stehen zur Verfügung und können als Wanderausstellungen angefordert werden:

Wanderausstellung »Unsere neue Heimat – Sachsen«

Wanderausstellung »Integration durch Leistung«

Wanderausstellung »Was uns Trachten zu sagen haben«

Wanderausstellung »Heimatwechsel. Sachsen und Russland – Deutsche aus Russland in Sachsen«

Wanderausstellung »Prüfstein des Gewissens. Sächsische Spuren zum 20. Juli 1944«

Wanderausstellung »Nation und Minderheit in Europa«

Ansprechpartner

Die Wanderausstellungen können beim Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler folgende Ausstellungen kostenlos abgerufen werden.

Jens.Baumann@smi.sachsen.de

Hinweise zu Wanderausstellungen

Alle Ausstellungen sind als Rollups leicht transportfähig. Auf Wunsch kann die jeweilige Ausstellungseröffnung nach Absprache mitgestaltet werden.

Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler ist auch Ansprechpartner im Innenministerium für die Belange der Minderheiten. Für die Kommunen des sorbischen Siedlungsgebietes gibt es im Doppelhaushalt 2019/2020 Zuweisungen für Mehraufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Zweisprachigkeit.

Förderung nach § 96 Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz (BVFG)

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