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Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler

Porträtfoto von Dr. Janz Baumann. © SMI

Dr. Jens Baumann ist studierter Geograph und Verwaltungsfachwirt.

Er arbeitet seit 1992 im Sächsischen Staatsministerium des Innern unter anderem im Bereich »Förderung und Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes«. Neben seiner Referententätigkeit im Ministerium ist er nebenberuflich tätig an der TU Chemnitz, der Hochschule Meißen (FH) sowie Gastdozent an der Universität Breslau.

Am 19. Juni 2018 wurde Dr. Jens Baumann von Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller zum Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen ernannt. »Wir haben uns in der Staatsregierung dazu entschlossen, einen Ansprechpartner in herausgehobener Stellung für die Interessen der Heimatvertriebenen  und  Spätaussiedler zu installieren. Diese Menschen haben unser Land nachhaltig geprägt, ihm wirtschaftliche, kulturelle und soziale  Impulse gegeben. Ich bin mir sicher, dass ihre Belange bei Dr. Baumann in guten Händen sind und er die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ressorts und Verbänden intensiv koordiniert«, sagte Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller zur Ernennung.

Vergleichbare Landesbeauftragte gibt es in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg sowie beim Bund.

Allein unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg sind mehr als eine Million Heimatvertriebene und Aussiedler nach Sachsen gekommen. Schätzungen gehen davon  aus, dass ihr Bevölkerungsanteil heute bei rund fünf  Prozent liegt. Derzeit sind noch rund 5.000 von ihnen in Verbänden im Freistaat organisiert.

»Vertriebene und Spätaussiedler bekommen eigenen Beauftragten beim Freistaat Sachsen« [Medieninformation vom 19.06.2019]

Kontakt

Dr. Jens Baumann

Postanschrift:
Sächsisches Staatsministerium des Innern
01095 Dresden

Telefon: 0351 564-30110

E-Mail: Jens.Baumann@smi.sachsen.de

Im Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer

Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte am 1. Oktober 2020 zu einem Informationsgespräch zu Fragen der Vertriebenen und Spätaussiedler eingeladen.

Ein wichtiger Punkt war der Fortgang beim außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode. Dabei konnte ich ihm auch über die kürzliche Gedenkrundfahrt bei Kattowitz und Toszek berichten, wo es Museen mit teils vergleichbarem Ansatz gibt. Hier wären auch zukünftig Kooperationen denkbar. Es ist schön zu wissen, dass das Projekt Transferraum Heimat auch in der Staatsregierung präsent ist und das Engagement des Landesverbandes, der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration sowie der Kuratoren so geschätzt wird.

Weitere Besprechungspunkte waren die Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf diesem Gebiet; so passt es hervorragend, dass vom 1. Oktober bis 3. Oktober 2020 in Dresden die Internationale Begegnungstagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten innerhalb der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEN) stattfindet, die der Beauftragte fördert. Nicht zuletzt ließ sich der Ministerpräsident aber auch über die regionalen Probleme und Projekte (Tage der Heimat, Gedenktag, Wanderausstellungen u. v. a. m.) der engagierten Vereine informieren: bürgerschaftliches Engagement ist dem Freistaat ein wichtiges Anliegen.

Die Vertriebenen und Spätaussiedler konnten auch in diesem schwierigen Jahr erfolgreich arbeiten und sich gesellschaftlich einbringen, dies wird gesehen und geschätzt. Insgesamt ist, so mein Fazit aus dem Gespräch, eine gute Basis auch für das kommende Jahr gelegt.

Auslobung des ZukunftErbe-Preises & Auslobung eines Stipendiums

Rundschreiben / Nachrichten

Rundschreiben 3/2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimatfreunde,

ich möchte Sie im Folgenden gern über aktuelle Themen aus dem Bereich der Vertriebenen und Spätaussiedler informieren.

1. Termine für 2021 

In unserer letzten Sitzung des Landesvorstandes haben wir uns über die landesweiten Termine für 2021 wie folgt verständigt; genaue Abläufe, Orte und Zeiten werden noch mitgeteilt:

  • Am 14. Januar ab 18.00 Uhr wird in Chemnitz der Neujahrsempfang des Landesverbandes stattfinden; vorher wird erstmals eine Lehrerfortbildung zur besseren Einbeziehung unserer Thematik in den Unterricht durchgeführt.
  • Am 17. April ist der Landesverbandstag geplant.
  • Am 27. Juni wollen wir in Reichenbach/Oberlausitz das nächste Chöretreffen gemeinsam mit dem Tag der Heimat durchführen.
  • Der Sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung wird am 12. September gemeinsam mit der Teileröffnung unseres außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode (Ihr diesjähriges Interesse am Planungs- und Baufortschritt war beeindruckend) stattfinden.
  • Die Jahresabschlussveranstaltung ist vom 5. bis 7. November geplant.

Ich bitte Sie, sich diese Termine vorzumerken und an diesen Terminen keine eigenen Veranstaltungen durchzuführen.

2. Antragsannahmeschluss 31. Oktober 2020

Wie jedes Jahr bitte ich Sie um Einreichung aller Anträge für das Jahr 2021 bis zum 31. Oktober 2020. Zu unserer Jahresabschlussveranstaltung vom 6. bis 8. November in Hoyerswerda werde ich dann anhand der von Ihnen eingereichten Projekte über die Mittelverteilung mit Ihnen sprechen können. Außerdem wird dann jeder der anwesenden Kreisverbände und Landsmannschaften eine vollständige Liste der Veranstaltungen und Termine aller erhalten. Dies kann aber nur dann gelingen, wenn Sie Ihre Termine und Inhalte entsprechend konkret festlegen (dies schließt spätere Änderungen nichts aus).

Ich muss allerdings darauf aufmerksam machen, dass nach gegenwärtigem Stand der neue Doppelhaushalt für den Freistaat Sachsen erst im Frühjahr 2021 verabschiedet werden wird. In Ihrem eigenen Interesse empfehle ich daher, Veranstaltungen erst ab Mai 2021 zu planen. Für vorher wichtige Veranstaltungen gebe ich auf Antrag den vorzeitigen Maßnahmenbeginn frei, allerdings kann ich noch keine verbindliche Mittelzusage treffen.

3. Liederbuch des Landesverbandes

Zur Jahresabschlussveranstaltung vom 6. bis 8. November 2020 werden wir sicherlich das neue gemeinsame Liederbuch des Landesverbandes in der Hand halten. Sie dürfen sich schon darauf freuen.

4. Zeitung des Landesverbandes

Die Beiträge für die neue Ausgabe der Zeitung des Landesverbandes sind alle eingereicht, die Zeitung befindet sich in der Endfassung. Der letzte Beitrag wird der von unserer Jahresabschlussveranstaltung sein, so dass Mitte November die Zeitung in den Druck geht und in der Zeit um Weihnachten auf Ihrem Tisch liegen wird.

5. Gespräch mit dem Ministerpräsidenten

Wie Sie bereits weiter oben auf meiner Internetseite lesen konnten, hatte ich am 1. Oktober 2020 Gelegenheit, unserem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Spätaussiedler zu berichten. Ein wichtiger Punkt war der Fortgang beim außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode. Es ist schön zu wissen, dass das Projekt Transferraum Heimat auch in der Staatsregierung präsent ist und das Engagement des Landesverbandes, der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration sowie der Kuratoren geschätzt wird. Weitere Inhalte waren die Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf diesem Gebiet; so die Förderung durch meinen Bereich der Internationalen Begegnungstagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten innerhalb der FUEN oder auch die von der deutschen Minderheit in Polen organisierte Gedenkveranstaltung in Tost/Toszek (ehemaliges Lager) für die verstorbenen Deutschen, wo ich einen Kranz niederlegte. Nicht zuletzt ließ sich der MP aber auch über die regionalen Probleme und Projekte (Tage der Heimat, Gedenktag, Wanderausstellungen uvam) der engagierten Vereine informieren: bürgerschaftliches Engagement ist dem Freistaat ein wichtiges Anliegen. Die Vertriebenen und Spätaussiedler haben auch in diesem schwierigen Jahr erfolgreich arbeiten und sich gesellschaftlich einbringen können, dies wird gesehen und geschätzt. Insgesamt ist, so mein Fazit aus dem Gespräch, eine gute Basis für das kommende Jahr gelegt.

6. Durchführung bewilligter Projekte in 2020 | Verschiebung nach 2021

Bitte prüfen Sie, ob Sie noch alle bewilligten Projekte in 2020 durchführen können. Falls ja, dann beantragen Sie bitte, sofern noch nicht geschehen, umgehend die Auszahlung. Die Gelder werden dann in der zweiten Novemberhälfte überwiesen.

Falls Sie Projekte in den Januar/Februar verschieben müssen, bitte ich um eine kurze Nachricht mit neuem Veranstaltungsdatum und ggf. geänderten Veranstaltungsinhalt per Email (jens.baumann@smi.sachsen.de) bis zum 31.10.2020.

Wenn Sie schon bewilligte Projekte gar nicht mehr durchführen können, dann bitte ich ebenso umgehend um eine Nachricht, spätestens aber bis zum 31.10.2020, weil ich dann die Gelder noch anders ausreichen kann.

Liebe Heimatfreunde, dies soweit in Kürze. Bitte denken Sie an die Vorlage aller Anträge inklusive konkreter Termine und Kosten (Eigenanteil bitte berücksichtigen) für 2021 bis zum 31. Oktober 2020. Spätere Anträge können nicht mehr berücksichtigt werden. Dies ist umso wichtiger in der heutigen Zeit mit Blick auf Corona und die daraus folgenden finanziellen Unwägbarkeiten.

Ich freue mich auf unsere Jahresabschlussveranstaltung vom 6. bis 8. November in Hoyerswerda; es ist wichtig, dass jeder Verband und jede Landsmannschaft durch ein oder zwei Vertreter dort auch präsent sind. Nur so werden wir gemeinsam unsere Vorhaben und Ziele besprechen und abstimmen können.

Bleiben Sie gesund und engagiert und seien Sie herzlich gegrüßt

Ihr
Dr. Jens Baumann
Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler

Aufruf der Beauftragten der Länder anlässlich des bundesweiten Nationalen Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung

Die Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Bayern, der Länder Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und des Freistaates Sachsen rufen hiermit auf, am 20. Juni der Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsdeportation zu gedenken sowie insbesondere sich auch das Kriegsfolgeschicksal der Deutschen Minderheiten zu vergegenwärtigen. Alle diese Gruppen wirken daran mit, dass die Brücken in die alte Heimat heute zu festen Fundamenten guter und freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern werden können.

Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen liegen mir damit grenzüberbrückende Projekte besonders am Herzen. So unterstütze ich eine Wanderausstellung des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit im Gleiwitz/Gliwice zu 75 Jahre Kriegsende, die im Rahmen des diesjährigen internationalen Schlesienseminars in Schloß Groß Stein (Kamien Slaski) eröffnet werden soll (voraussichtlich Ende Oktober). Des Weiteren wird es voraussichtlich im November gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau eine internationale Tagung zu eben diesem Thema in Warschau geben. Ebenso sollen das im Juli auszuschreibende Stipendium, eine erstmalige Preisverleihung und der nächste trinationale Schülerwettbewerb der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration und des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. den Kontakt mit unseren östlichen und südosteuropäischen Nachbarn zu intensivieren helfen. Mit diesen und weiteren Initiativen soll der Aufruf mit Leben erfüllt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Jens Baumann
Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler

75 Jahre Kriegsende: Wir erinnern an Flucht und Vertreibung der Deutschen aus dem Osten

Liebe Heimatfreunde, sehr geehrte Damen und Herren,

in wenigen Tagen erinnern wir an 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir erinnern damit auch an die Schuld und das millionenfache unzählbare Leid, welches Nazideutschland über die Völker der Welt gebracht hat. Den Aufstieg unseres Landes als geachtetes und wirtschaftlich starkes Land innerhalb der europäischen und auch der weltweiten Staatengemeinschaft hätte damals niemand für möglich gehalten. Er ist Ausdruck des Lernens aus der Geschichte, von eigenem Willen und Können und der Hilfe von außen: von Ländern, die Nazideutschland erobern wollte – und die heute mit uns befreundet sind.

Die Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Bayern, der Länder Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und des Freistaates Sachsen erinnern mit dem beigefügten »Aufruf« zugleich aber auch an das manchmal in Vergessenheit geratene Leid der Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Spätaussiedler. Wir verbinden dies mit der Hoffnung, dass auch diese Geschichte im festen Bewusstsein unseres Volkes bleibt und eine angemessene Berücksichtigung erfährt; nicht zuletzt haben gerade auch die Heimatvertriebenen und Spätaussiedler zur Entwicklung unseres Landes erfolgreich beigetragen. Sie haben gezeigt, wie man trotz Heimatverlust sich eine neue zweite Heimat aufbauen kann und wie die Brücken in die alte Heimat heute zu festen Fundamenten guter und freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern werden können.

Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen habe ich daher einige Projekte auch ganz besonders befördert. So unterstütze ich eine Wanderausstellung des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit im Gleiwitz/Gliwice zu 75 Jahre Kriegsende, die im Rahmen des diesjährigen internationalen Schlesienseminars in Schloß Groß Stein (Kamien Slaski) eröffnet werden soll (voraussichtlich Ende Oktober). Des Weiteren wird es voraussichtlich im November gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau eine internationale Tagung zu eben diesem Thema in Warschau geben. Auch der Sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung am 13. September wird diesem Datum ein ganz besonderes Gewicht beimessen. Nicht zuletzt sollen ein zukünftiges Stipendium, eine erstmalige Preisverleihung und der nächste trinationale Schülerwettbewerb der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration und des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. hieran anknüpfen. Mit diesen und weiteren Initiativen soll der Aufruf mit Leben erfüllt werden.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Mai und hoffe mit Ihnen gemeinsam auf eine schrittweise Rückkehr in den Alltag und die Wiederaufnahme unserer Projekte und Begegnungen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Jens Baumann
Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler

Terminvorschau

  • 15. Oktober – Teilnahme an der Eröffnung der Energiefabrik Knappenrode
  • 27./28. Oktober – Teilnahme am Schlesienseminar in Groß Stein/Kamień Śląski und Eröffnung der sächsisch-polnischen Wanderausstellung »Das ungezähmte Land. Schlesien in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg« (Förderprojekt)
  • 6. bis 8. November – Teilnahme an der Stiftungsratssitzung der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen und an der Jahresabschlußveranstaltung des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. in Hoyerswerda
  • 11. November – Gespräch mit der OMV
  • 15. November – Teilnahme an der Kranzniederlegung in Torgau zum Volkstrauertag (Förderprojekt)
  • 19. November – Eröffnung der Ausstellung „Nation und Minderheit in Europa im 19. und 20. Jahrhundert“ in Königswartha (Förderprojekt)
  • 23. bis 26. November –Teilnahme an der internationalen Tagung  des Deutschen Historischen Instituts Warschau »Zweierlei Neuanfang. Das Ende des zweiten Weltkrieges in Ost und West – Demokratisierung versus Stalinisierung« in Warschau (Förderprojekt)

Terminrückblick 2020 (Auswahl)

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Terminen des Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler, Dr. Jens Baumann, von dessen Facebook-Seite.

Rundgang durch die Dresdner Altstadt und Gedankenaustausch mit dem langjährigen Ex-Stadtpräsidenten von Oswiecim (Auschwitz) Janusz Marszalek, heute Vorsitzender der polnischen Seniorenunion. Wir sprachen unter anderem über das schon länger diskutierte Friedenszentrum in Oswiecim. Jetzt am Nachmittag tagt der Landesbeirat für Migration beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Neuberufung des Beirates für Vertriebenen-, Aussiedler- und Spätaussiedlerfragen für meinen Bereich steht ja noch aus; ich bleibe dran.

Am Vortag des 3. Oktober konnte ich heute die Internationale Begegnungstagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten innerhalb der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppenn (FUEN) mit eröffnen. Tolle Online-Zuschaltungen nach ganz Mittel-Ost-Europa, so dass es wirklich eine breite Diskussion gibt; ein Video zeigt die Schaltung nach Tschechien. In meinem Grußwort erinnerte ich u. a. auch an den Mut in Polen (Solidarnosc), in Tschechien und Ungarn, die unseren Erfolg damals erst möglich gemacht haben. Ein bisschen mehr Miteinander mit diesen Ländern, auch wenn diese mal nicht unsere Positionen (die ja nicht immer die allein richtigen sein müssen) teilen, stünde uns gut zu Gesicht. Hartmut Koschyk machte deutlich, wie stark die Gemeinsamkeiten zwischen Vertriebenen und Minderheiten sind und welche Bedeutung der Paragraf 96 auch nach der Einheit enthält; er ist und bleibt Auftrag. Bernhard Gaida betonte, dass die deutsche Einheit eben auch die Deutschen Minderheiten mit einbezieht – die nicht nur auf die Vergangenheit sondern vielmehr in die Zukunft schauen, weil sie die Gesellschaft aktiv mitgestalten. Neben der Jugendarbeit, die reichhaltig ist, wie das zweite Panel zeigte, kam auch das wichtige Datum 80 Jahre Deportation der Wolgadeutschen in den Fokus – hier werde ich in 2021 einen wichtigen Schwerpunkt meiner Arbeit legen, mit Präsenz; auch wäre es schön, wenn wir mit den anderen Ländern und dem Bundesbeauftragten da eine Lösung im Fremdrentenrecht finden.

27. September 2020: Auschwitz-Birkenau. Dieser Ort lässt einen sprachlos zurück. Hier sollen vor allem die Bilder sprechen; nur wenige Erklärungen zu ihnen. Der Blick in eine der Baracken lässt erschauern; in drei Etagen schliefen die Menschen, die unterste Etage war der Fußboden, es lagen je vier bis fünf in den Kammern nebeneinander. Die Ruine ist das gesprengte Krematorium 2, vorn der Abstieg in den Entkleidungsraum, dann rechts der als »Duschraum« getarnte Raum der Vergasung mit Zyklon B (bis zu 2000 Menschen wurden hier binnen 20 Minuten umgebracht), dann links der Raum, wo die Leichen verbrannt wurden. Fünf dieser Krematorien gab es. Furchtbar. Rampe und Selektion dürften hinreichend bekannt sein. Die einzelnen Lagerteile für die unterschiedlichen Gefangenen waren nochmals mit Zäunen getrennt, ein Teil der Baracken diente später als Baumaterial. Für die Erbauung des KZ wurde das Dorf Birkenau abgerissen und seine Bewohner ihrer Häuser beraubt; nach dem Zweiten Weltkrieg entstand es in unmittelbarer Blickbeziehung als Brzezinka neu und ist Teil der Stadt Oswiecim. Bis auf die abgebildete Gedenktafel ist die Beschriftung sonst nicht deutsch, sondern polnisch, hebräisch und englisch, was auch Besucher unserer Gruppe immer wieder nachfragen, aber wohl mehr als angemessen ist. Wir wurden einfühlsam vom Stadtpräsidenten a. D. Janusz Marszalek und einer Gedenkstättenführerin begleitet.

26. September 2020: Gedenkrundfahrt und Podiumsdiskussion in Oberschlesien; mit vielen Höhepunkten und tollem Engagement der Stadt Tost/Toszek (diese hatte schon den Freitag mit Kranzniederlegung an der Lagergedenkstätte sowie einer ökumenischen Andacht mit einem hervorragenden Konzert gestaltet) mit Bürgermeister Grzegorz Kupczyk, des Deutschen Freundschaftskreises um Dorota Matheja (der Gesamtvorsitzende Bernhard Gaida beehrte die Veranstaltung ebenso) sowie Sybille Krägel, die um die 40 Nachfahren, insbesondere aus Sachsen, der Opfer in den Lagern des NKWD mitbrachte. Der Soldatenfriedhof deutscher, polnischer und russischer Gefallener (rund 23.000) in Laurahütte war genauso bewegend wie das inspirierende Museum in Radzionkau im Bahnhof. Anhand einer einstigen Großfamilie wurde die Grausamkeit des Krieges und seiner Folgen, die eben für viele (teilweise erneute) Lagerhaft bedeutete, deutlich. Hier erlebt man den Transport in einem sich bewegendem Eisenbahnwagen (ähnlich soll es ja in der Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode werden) und verlässt die Ausstellung erschüttert. Geschichte wird nicht nur erzählt sondern sie ergreift einen. Mit dem Gesandten der Bundesrepublik Dr. Knut Abraham legte ich zu Beginn an der Gedenkstätte Zgoda und zum Schluss an der in Tarnowitz Kränze nieder. In der Podiumsdiskussion diskutierten dann vor einem zahlreichen Publikum und dem polnischen Rundfunk neben dem Gesandten u. a. der ehemalige Stadtpräsident von Auschwitz/Oswiecim Janusz Marszalek, der Historiker Dr. Wegrzyn und Prof. Musielok zu Fragen der Erinnerungskultur und der Verantwortung hierfür. In meinem Beitrag verdeutlichte ich die Verantwortung des Einzelnen und die Gestaltungsaufgabe des Staates als zwei Grundvoraussetzungen, um solche Ereignisse in unserem kollektiven Gedächtnis zu verankern, so dass auch dann, wenn es keine direkten lebenden Opfer und vielleicht auch keine Nachfahren dieser mehr gibt, die würdige Erinnerung in unseren Köpfen und Herzen ist. Eine gute Möglichkeit dazu wäre m. E. eine – von tagespolitischen Geschehnissen weitgehend unabhängige – Stiftung. Opfer dürfen nicht gegeneinander aufgewogen werden, so auch der Stadtpräsident von Auschwitz. Der Gesandte verwies auf das große Engagement zur Aufarbeitung hier in Polen. Morgen werden wir dann Birkenau besichtigen; eine sicher tiefgehende Erfahrung.

In Lohsa wurde heute ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Opfer von Flucht und Vertreibung eingeweiht. Neben vielen Spendern förderte die Seenlandstiftung mit, Herr Delling und Herr Hirche, zugleich Vorsitzender des Landesverbandes der Vertriebenen, überreichten einen Scheck über 4.500 Euro. Auch mir war dieser Projektantrag der Gemeinde eine Herzensangelegenheit geworden, ich konnte mit Fördermitteln unterstützen. Für viele aus Lohsa und Umgebung, die sich hier seit 1991 jährlich trafen, ging damit ein Wunsch in Erfüllung; ein Foto zeigt ehemals im Landkreis Guhrau/Schlesien Wohnende, die eben hier eine neue Heimat gefunden und gestaltet haben. Ich hob in meinem kleinen Grußwort gerade dieses Engagement hervor; die Vertriebenen waren ja nicht Bittsteller, nein, ohne die damals allein in Sachsen eine Million zählenden Flüchtlinge, 1995 waren es noch über 350.000, würde unser schönes Land anders aussehen. Sie haben mitgestaltet – eine Lehre bis heute. Auch dafür steht dieses – von Martina Rohrmoser-Müller und ihrem Mann sehr gelungen gestaltetes – Denkmal. Es reiht sich zudem ein in eine kleine Erinnerungslandschaft in Lohsa: Handrij Zejler, dann ein Gedenkstein für die Gefallenen, ein Gedenkstein für die Sowjetarmee und nun einer für die Vertriebenen und Geflüchteten. Hier spürt man, dass Erinnerung den Menschen wichtig ist, weil man nur durch ein ausgewogenes Geschichtsbild Zukunft gewinnen kann. Dank an den engagierten Bürgermeister Herrn Leberecht und den Mitinitiator Herrn Kugler.

Für den Stiftungsrat der Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz war heute ein besonderer Tag. Wir beschlossen die Bestellung von Frau Dr. Agnieszkia Gasior zur neuen Direktorin des Museums ab 1. Mai 2021. Die aus Jelenia Gora/Hirschberg stammende Kunsthistorikerin und Germanistin, die bisher unter anderem am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa Leipzig arbeitete, folgt damit dem Gründungsdirektor Dr. Markus Bauer, der das Schlesische Museum prägte und etablierte; er wird in den (Un)Ruhestand gehen. Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen begrüße ich diese Personalentscheidung sehr. Sie verbindet Kontinuität mit dem notwendigen Blick nach vorn, neue Akzente bereichern, sie wird den guten Ruf und die Leistungsfähigkeit des Museums durch ihre guten Kontakte verstärkt nach Polen und Tschechien transportieren können. Davon wird nicht zuletzt die Erlebnis- und Enkelgeneration profitieren. Schlesien bleibt mit ihr jung und ein dynamisches Thema im Herzen Europas. Ich verbinde dies natürlich auch mit der Hoffnung, dass, sobald das außerschulische Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in Knappenrode im Herbst 2021 eröffnet hat, sich auch hier eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Sinne eines Bogens von der Erlebnisgeneration hin zu der Schülergeneration entwickelt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Stiftungsrat, mit Knappenrode und in den zahlreichen grenzüberschreitenden Projekten, die wir fördernd wie auch inhaltlich begleiten.

Heute drei Stunden Rundgang mit dem Bürgermeister der Gemeinde Szczodre (über 30.000 Einwohner) durch den gemeindeeigenen und gepflegten ehemaligen Schlosspark bis hin zu den Schlossresten (auch der Brunnenrest ist in einem Bild noch zu erkennen) von Schloß Sybillenort. 1918 wurde es zum ständigen Wohnsitz des letzten Königs von Sachsen Friedrich August III, der hier 1932 verstarb; in Dresden bewegte dies über 500.000 Menschen damals auf die Straße. Sachsen hat also dazu eine ganz besondere Beziehung. Ein kleiner Rest steht noch (ehemalige Theaterräume, die Fingerkuppe zeigt das noch Stehende im Verhältnis zur einstmaligen Prachtentfaltung). Wie man an den Fenstern sieht, leben hier sogar noch zwei Leute. Wo was ist kann wieder was werden... Gemeinsam mit Vertretern der Landsmannschaft Schlesien Landesgruppe Sachsen hatten wir uns auf Einladung der Gemeinde auf den Weg gemacht. Großen Dank an Frau Koziolek-Beier, die für alle dolmetschte. Der Bürgermeister setzt sich sehr für den Park ein, er bietet Familien, Anglern usw schon schöne Bedingungen. Geplant sind kleine Ausflugsrestaurants bis hin zu einem Hotel. Auch das Kreuz (befindet sich wiederum auf staatlichem Gelände – der Park zählte mal um die 23.000 Hektar, ein weiteres Schloss befand sich in Guttentag bei Oppeln, heute eine zweisprachige polnische Gemeinde) soll mit der Gedenkplatte wiedererrichtet werden, man kann noch die Inschrift an seinem Lieblingsplatz entziffern. Wir wollen versuchen, hier die Gemeinde bzgl mehrsprachiger Tafeln etc. zu unterstützen. Was so auffällt: Gäste sind in Polen willkommen, man nimmt sich Zeit und kommt nicht allein. Man spricht nicht beim ersten Besuch über Geld, sondern lernt den anderen kennen, erzählt von sich und lässt Projektmöglichkeiten erst mal wachsen. Politik spielt keine Rolle – niemand bewertet unsere Regierung und erwartet das dezidiert auch nicht umgekehrt. Bei meinen vielen Kontakten ob im Riesengebirge, in Oberschlesien, in Warschau, Danzig oder in um Breslau steht das Gemeinsame im Vordergrund, ein Wollen. Und dies scheint in Polen parteiübergreifend zu sein, man lernt ja Menschen verschiedener politischer Richtungen kennen. Was man nicht will, ist eine Belehrung durch die deutsche Presse, wen man hätte besser wählen oder nicht wählen sollen... das geht uns ja auch nichts an. Wir sind willkommen als Nachbarn, mit denen man gern zusammenarbeitet. So könnte es auch in Sybillenort werden.

Sehr gelungene Veranstaltung anlässlich des Sächsischen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung, erst in der Lausitzhalle Hoyerswerda (Dank Dirk Rolka mitsamt seinem tollen engagierten Team), dann noch zur Stippvisite in der zukünftigen Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode. Weit über 200 Gäste aus Sachsen und Polen folgten der Einladung. Der Festredner Dr. Christopher Spatz machte nachdrücklich deutlich, dass die Vertriebenen ein wichtiger Teil der sächsischen Landesgeschichte sind. Der Vorsitzende des Landesverbandes Frank Hirche wies auf das vielfältige ehrenamtliche Engagement hin. Als Vertreter der Staatsregierung betonte ich den großen Anteil der Vertriebenen und Spätaussiedler an der Gestaltung unserer Heimat. Vertreibungen sind damals wie heute Unrecht und beeinflussen Schicksale über Generationen hinweg. Dies machte in einer sehr eindringlichen Rede die Preisträgerin des ZukunftErbe-Preises, Autorin und Bürgerrechtlerin Freya Klier, deutlich. Ihr Credo war Erinnern als fortdauernde Aufgabe. Der Träger des Sonderpreises, Dr. Jozef Zaprucki, Germanist und Übersetzer und damit Mittler im Gespräch der Kulturen, zeigte auf, dass Versöhnung stets im Alltag anfängt, sie lässt sich nicht verordnen. Toi toi toi dem Stipendiaten Daniel Wendorf, ein großer Dank geht insbesonder an Claudia Florian für die Gesamtorganisation sowie die Laudatoren Friedrich Zempel und Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll.

Heute Besprechung im Deutschen Historischen Institut Warschau mit dem Direktor Prof. Dr. Milos Reznik sowie mit Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll zur geplanten Tagung vom 23. bis 26. November 2020 in Warschau unter dem Titel »Zweierlei Neuanfang. Das Ende des Zweiten Weltkrieges in Ost und West – Demokratisierung versus Stalinisierung«. Das Tagungspogramm und die Referenten wurden konkretisiert; nun können wir nur hoffen, dass Corona keine Verschiebung bedingt. Im Anschluss dann Besprechung mit Prof. Dr. Ruth Leiserowitz zur Ausstellung über »Wolfskinder«, die im November 2020 voraussichtlich im Sächsischen Innenministerium und dann im Bahnhof Dresden Neustadt (viele der Wolfskinder kamen nach ihrer Odyssee per Zug in Deutschland an) präsentiert werden soll. Insgesamt ein arbeitsreicher Tag mit vielen interessanten Eindrücken aus einer lebendigen jungen und freundlichen Stadt, wo man im Persönlichen wie auch in Einrichtungen – anbei ein Blick in eine Gaststätte – Wert auf Gediegenheit, Schönheit und Eleganz legt; manch einer in unserem Land könnte sich daran ein Beispiel nehmen. Wenn man durch Warschau läuft, muss man sich immer vergegenwärtigen, welches Schicksal die Deutschen dieser Stadt hinterließen; fast alles musste neu aufgebaut werden. Die Lebendigkeit und Schönheit, die wir heute sehen, ist dem polnischen Fleiß, Aufbauwillen und der polnischen Denkmalpflege zu verdanken; in einigen Stadtansichten standen die Stiche Canalettos Pate, den Kurfürst Friedrich August II. (zugleich als August III. König von Polen) nach Dresden und Warschau holte. So gibt es auch noch heute Merkmale der sächsischen Achse (Barock) in Warschau... Und auch die Zeit und Furchtbarkeit kommunistischer Herrschaftsansprüche ist hier präsent, wie eine Ausstellung auf der Hauptstraße zum Königsschloss (Ulica Nowy Swiat) zeigt – demgegenüber war der Kultur- und Wissenschaftspalast ein unbeliebtes Symbol der fast 45jährigen Unterdrückung, ist aber heute sicherlich auch irgendwie ein architektonisches Wahrzeichen der Stadt... unser Projektvorhaben wird damit auch auf Resonanz treffen, wir mir eben beim Gang durch die Stadt offenbar wurde.

Gelungener Abschluss des ersten Konzertzyklus im Carl- und Gerhart-Hauptmann-Haus in Schreiberhau/ Szklarska Poreba, den ich als Beauftragter unterstützen konnte, insbesondere auch den Erwerb des Konzertflügels (Stutzflügel). Der Verein ars augusta arbeitet hier mit seiner engagierten Sopranistin Eleni Ioannidou eng mit dem Haus zusammen. Die bisherige Direktorin Frau Danielska, sie ist nunmehr Vizechefin des Riesengebirgsmuseums in Hirschberg/ Jelenia Gora, übergab gleichzeitig den Staffelstab an Julita Zaprucka, die mit diesem Abend einen gelungenen Auftakt begehen konnte. Mit vor allem Stücken von Anna Teichmüller wurde Geschichte lebendig –Nachfahren von ihr waren eigens aus Braunschweig angereist und begeisterten mit kleinen Geschichten, die bis zum Zarenhof reichten – aus dem Publikum übersetze der Germanist Dr. Jozef Zaprucki fachkundig, aber auch die Pianistin und Frau Ioannidou wechselten wie selbstverständlich zwischen Deutsch und Polnisch. So wurde Kulturerbe für das zahlreiche Publikum aus Polen und Deutschland lebendig – und wenn wir in 2021 wieder Mittel haben, wird dieser Zyklus fortgesetzt.

Heute weilte ich zur feierlichen Übergabe eines Dank- und Gedenksteines in Hinterhermsdorf. Dieser Stein wurde aus Spenden finanziert und auch vom Bund mit gefördert. Er erinnert sowohl an die Vertriebenen 1945 als auch an die Menschen, die ihnen, obwohl sie selbst wenig hatten, in der ersten Not in Hinterhermsdorf halfen. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft, zugegen waren mit Ansprachen Professor Schmidt, Herr Fischer und der damals 16 Jahre alte Zeitzeuge Herr Kittel, hatte für dieses Vorhaben geworben, die Stadt Sebnitz mit Herrn Oberbürgermeister Mike Ruckh unterstützte. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung mit weit über 100 Besuchern aus der Gemeinde und Umgebung. Wie wundervoll Zweisprachigkeit ist, konnten alle am Beispiel des Grußwortes des stellvertetenden tschechischen Bürgermeisters der Nachbargemeinde Böhmisch-Kamnitz (Ceska Kamenice) erleben, welches spontan durch eine Besucherin übersetzt wurde. Die musikalische Umrahmung kam von Jugendgruppen beidseits der Grenze, ein schönes Zeichen. Ich erinnerte in meinem Grußwort insbesondere daran, dass die Vertriebenen nicht nur Bittsteller waren, sondern unser Land mit geprägt haben, so dass es sich so liebens- und lebenswert darstellt, wie es heute ist. Heimat zu haben ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen und ermöglicht es uns auch erst mit bürgerschaftlichen Engagement uns für unsere Gemeinden und unser Land einzusetzen. Der Gedenkstein ist auch für dieses Engagement ein gelungenes Beispiel.

Landesvorstandssitzung der Ost- Mitteldeutschen Vereinigung der Vertriebenen und Flüchlinge der CDU/CSU (OMV), u. a. dabei Alexander Dierks, Generalsekretär der CDU Sachsen und Landtagsabgeordneter, mit Vertretern aller Kreisverbände und Landsmannschaften der Vertriebenen und Spätaussiedler in Freistaat Sachsen. Als wichtigste Vorhaben wurden eine verstärkte Arbeit mit der jüngeren Generation, Angebote für die Lehrerfortbildung, auch in Verbindung mit der zukünftigen Bildungs- und Begegnungsstätte Transferraum Heimat in Knappenrode, sowie die grenzübergreifende Arbeit angesprochen. Hier haben die Vertriebenen und Spätaussiedler schon enge Kontakte zu Minderheiten in Ost-Mittel-Europa geschlossen. Diese gilt es auszubauen. Ebenfalls begrüßt wurde der dieses Jahr erstmals am 13. September anlässlich des Sächsischen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung zu verleihende »ZukunftErbe-Preis«.

Spätaussiedleraufnahme in Corona-Zeiten im Fokus

Auf Einladung des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Prof. Dr. Bernd Fabritius, sowie der Beauftragten des Landes Niedersachsen für Aussiedler und Vertriebene, Editha Westmann, MdL, haben sich am 20. Juli 2020 die Beauftragten der Länder für Aussiedler und Vertriebene zu einer Fortsetzung der Beauftragtenkonferenz in Hannover getroffen. An den Beratungen teilgenommen haben neben Editha Westmann für Niedersachsen die Beauftragten des Landes Hessen, Margarete Ziegler-Raschdorf, des Landes Nordrhein-Westfalen, Heiko Hendriks, sowie durch telefonische Zuschaltung des Freistaates Bayern, Sylvia Stiersdorfer, MdL, sowie des Freistaates Sachsen, Dr. Jens Baumann.

Im Fokus der Beratungen standen die besonderen Herausforderungen der Aufnahme deutscher Spätaussiedler in Zeiten der COVID-19-Pandemie. Anwesend waren auch Vertreter des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Der Bundesbeauftragte berichtete über die bisherige Entwicklung und betonte hierbei die Fortsetzung der Aufnahme deutscher Spätaussiedler auch während Zeiten laufender Corona-Pandemie. Spätaussiedler genießen aufgrund ihres Kriegsfolgenschicksals eine besondere Rechtsstellung nach Art. 116 GG, die einen Zuzug aus Risikogebieten aus wichtigem Grund rechtfertigt. Dies wurde durch Beschluss des Bundeskabinetts am 1.7.2020 bestätigt. So sind im Jahr 2020 bis einschließlich Juni 1304 deutsche Volkszugehörige überwiegend aus der Russischen Föderation und aus Kasachstan als Spätaussiedler nach Deutschland zugezogen.

Erleichterung zeigten die Beauftragten darüber, dass nach anfänglichem Infektionsgeschehen in dem für das gesamte Bundesgebiet eingerichteten Grenzdurchgangslager (GDL) Friedland (Niedersachsen) dort wieder Infektionsfreiheit herbeigeführt werden konnte. Derzeit sind im Grenzdurchgangslager Friedland 148 Spätaussiedler untergebracht, die dort ein mehrtägiges Aufnahmeverfahren durchaufen. Die Beauftragten dankten den Mitarbeitern im GDL Friedland und allen Verantwortungsträgern von Bund und Ländern, die notwendige Maßnahmen hierzu unterstützt hatten. Für das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat berichtete Frau RRin Maria Maier-Seel in Wahrnehmung der Leitung des zuständigen Referates für Aussiedlerpolitik im BMI über das in Umsetzung befindliche Konzept der Hygienesicherung. Demnach begeben sich ankommende Spätaussiedler unmittelbar nach ihrer Einreise in eine Quarantäne, die nach den Landes-Corona-Verordnungen generell für Einreisende aus Drittstaaten vorgesehen ist. Wegen seiner aus § 8 BVFG resultierenden Verpflichtung zur Unterbringung bis zur Registrierung und Verteilung auf die Länder stellt der Bund eine Transit-Unterbringung (TU) zur Verfügung, in welcher in aller Regel eine Testung der eintreffenden Spätaussiedler erfolgt. Die unmittelbare Testung am Flughafen Frankfurt dort einreisender Spätaussiedler ist zusätzlich in Vorbereitung und soll kurzfristig begonnen werden. Für die Unterbringung wurden TU-Plätze in unmittelbarer Nähe des Flughafens Frankfurt, in Braunschweig, in Bad Kissingen und in Ahrweiler geschaffen; weitere Plätze sind in Duderstadt in Vorbereitung. Hierzu ist das BMI in enger Abstimmung mit Verantwortlichen vor Ort. Die Einrichtungen zur Transitunterbringung werden als Quarantäne-Einrichtungen betrieben; Kontakt der eintreffenden Personen mit dem örtlichen Umfeld ist daher weitgehend ausgeschlossen. Nach Quarantäne und Negativ-Testung erfolgt dann eine Aufnahme im GDL Friedland, wo in wenigen Tagen die Aufnahmeverfahren abgeschlossen werden und die Weiterreise zum neuen Wohnort in Deutschland möglich ist.

Zur Vermeidung einer Überlastung vorhandener TU-Kapazitäten forderte die Beauftragtenkonferenz alle Verantwortungsträger in Bund und Ländern sowie von gesellschaftlichen Organisationen auf, bei der Bereitstellung weiterer TU-Plätze konstruktiv mitzuwirken. Sie dankten dem BMI für die Unterstützung bei Ertüchtigung und Umbau bisher nicht genutzter Liegenschaften (Hotels, Heime und dergleichen) zur Nutzung als TU-Einrichtung. Gleichzeitig forderten die Beauftragten die Selbstorganisationen der deutschen Spätaussiedler in Deutschland sowie der deutschen Minderheiten in den Herkunftsgebieten auf, die Aussiedleraufnahme unter den gegebenen besonderen Herausforderungen nach Kräften zu unterstützen. Im Herkunftsgebiet ist entsprechende aktuelle Beratung Betroffener über das Infektionsgeschehen und die Möglichkeit einer COVID-19-Testung vor Ort hilfreich. Ein aktueller Negativ-Test (nicht länger als 48h vor Zuzug) kann nach den zu beachtenden Quarantänebestimmungen der Länder eine Überlastung der TU-Kapazitäten verhindern. Auch kann eine von bereits in Deutschland lebenden Verwandten und Bekannten am neuen Wohnort organisierte Quarantäne-Möglichkeit die Überlastung staatlicher TU-Plätze vermeiden.

7. Juni 2020

Heute begann die Kreisbereisung des Landesvorstandes der Vertriebenen und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen/Schlesische Lausitz, gemeinsam mit dem Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen. Erster Anlaufpunkt hierbei war der Besuch des BdV Kreisverbandes Leipzig sowie der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Kreisgruppe Leipzig, desweiteren waren anwesend die Vertreter der Landsmannschaft Schlesien aus Torgau sowie der Landsmannschaft der Sudetendeutschen. Insbesondere wurden die Veranstaltungen besprochen, die nun wieder mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen möglich sind. Ein bedeutender Höhepunkt des Verbandslebens wird der Sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung am 13. September sein. Ebensfalls im Fokus stand die Zusammenarbeit mit den Deutschen Minderheiten in Polen, Tschechien und Ungarn. Die nächsten Tage werden alle weiteren Verbände besucht.

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8. Juni 2020

Weiter geht es heute mit der Kreisbereisung in Limbach-Oberfrohna, wo insb Schülerprojekte besprochen wurden. Im Anschluss erläuterte uns die Museumsdirektorin Frau Dr. Barbara Wiegand-Stempel die Einbindung eines Flüchtlingstrecks, den Schüler gemeinsam mit der Kreisgruppe erstellten (hier in der Region gab es zwei Aufnahmelager), in die ständige Ausstellung. Wegen der Abstandsregeln können wir uns jeweils nur mit wenigen Vertretern treffen.

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Am Nachmittag Fortsetzung in Chemnitz, der Landesvorsitzende Frank Hirche und die Geschäftsführerin Claudia Florian tauschten sich mit den Deutschen aus Russland und der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen aus. Die neue Geschäftsstelle wird positiv angenommen und sorgt mittlerweile für einen guten Mitgliederzuwachs. Angestoßen wurde auch der nächste Schülerwettbewerb, was ich als Beauftragter gern aufnehme. Heute Abend folgt nun die Landesvorstandssitzung.

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Ein langer Tag geht zu Ende, Vorstandssitzung des Landesverbandes bis 20.40 Uhr. Ein volles Programm ist umzusetzen. Der diesjährige Sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung wird am 13. September in unserem neuen außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum »Transferraum Heima« begangen.

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9. Juni 2020

Letzter Tag der Kreisbereisung, nun für die Region Dresden. Ein Thema, welches immer wieder umtreibt: Intensivierung des grenzüberschreitenden Austauschs. Sowohl der Landesverband als auch ich als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen begrüßen nachdrücklich die gestrige Eröffnung des Büros der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien in Dresden. Mit dem sächsischen Büro in Breslau und nun dem niederschlesischen Büro in Dresden rücken unsere beiden Regionen noch enger zusammen. Wir werden uns dabei mit einbringen.

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Zusammenkunft der Argeflü-Unterarbeitsgruppe Kulturförderung nach Paragraph 96 BVFG. Diesmal in Nürnberg erst im Haus der Heimat und dann im Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (derzeit Miete, zukünftig Neubau). Vertreten waren u. a. Bayern Hessen, Rheinland-Pfalz, NRW, Niedersachsen und natürlich der Freistaat Sachsen. Im Mittelpunkt stand diesmal die unterschiedliche (und vor allem in Bayern reichhaltige) Förderlandschaft, deren Anliegen es ist, die Erinnerungsarbeit als Vermächtnis für die Bundesrepublik insgesamt zu stärken, gerade weil die einzelnen Landsmannschaften und Kreisverbände erheblich altern und die Mitgliederzahlen sich reduzieren. Die Verantwortung bleibt trotzdem, was auch heißt, die Förderung wie in Bayern oder Hessen aber auch NRW zu stärken, Fördergrundsätze neu zu denken (man denke an die Übertragung der Gedenkstättenarbeit bzgl der Förderhöhen auf das Anliegen; einige Länder haben den Eigenanteil auf 10% abgesenkt, andere stärken die Strukturen im Sinne einer Arbeitsfähigkeit und verstärkten Bildungsarbeit durch einen entsprechenden Ausbau der Geschäftsstellen und des Personals). So bieten Kulturzentren die Möglichkeit, auf Augenhöhe mit den Kommunen bei Veranstaltungen zu kooperieren. Wissenschaftliche Tagungen mit Vertretern mehrerer Länder, Autorentagungen, Kooperationsabkommen mit in den ehemaligen Heimatgebieten verbliebenen Minderheiten, Theaterprojekte aber auch Sprachförderung bei Kindern und Jugendlichen sind Ansätze, um das reichhaltige Erbe erlebbar auch für die heutige Zeit werden zu lassen. Hierzu gehören ebenso die Nutzung der neuen Medien; so plane auch ich mit einem Projektträger einen ersten Film für YouTube und die spielerische Umsetzung des grenzübergreifenden kulturellen Erbes, um junge Menschen quasi am Handy zu erreichen. Auch die Beauftragten tragen in den Ländern zu einer deutlich besseren Wahrnehmung bei, zumal sie vielfach personell ausgebaut worden sind. Daneben werden oftmals die Mittel vom Ministerium an die Häuser der Heimat oder Haus des Deutschen Ostens oder eben Kulturzentren vergeben, die dann im vorgegebenen Rahmen eigenständig fördern und prüfen. Landesbeiräte bestehen ebenso teilweise, auch hier erarbeite ich derzeit einen Besetzungsvorschlag für Sachsen. Einig war man sich, dass in Zukunft neben den Verbänden verstärkt auch in die Bildungs- und Begegnungsarbeit zu investieren ist. Sachsen liegt hier mit der für nächstes Jahr geplanten Eröffnung der außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte Knappenrode richtig; ebenso verstärken wir die Zusammenarbeit mit der Deutschen Minderheit in Polen und Tschechien und unterstützen dazu Projekte vor Ort; ich berichtete darüber bereits. Fazit: Die Länder haben sehr ähnliche Ziele, die Wege sind teilweise verschiedene, ein Mindestbestand an Personal und Geld sowie der politische Wille sind aber unabdingbar. Dafür erhält man eine reiche Kulturlandschaft, verstärkt die Kontakte zwischen den Ländern, schafft Verständnis durch unterschiedliche Sichtweisen und wehrt nationalistische Tendenzen ab. Aber eben nicht zum Nulltarif, wir haben ja auch selbst in Sachsen weit über 200.000 Menschen, deren Schicksal als Vertriebene oder Spätaussiedler uns heute noch Demut, Verzicht, Anpacken, Neubeginnen, Mut und kulturelle Annäherung wie auch Toleranz und Hilfsbereitschaft lehren können. Und PS: die Kegelbahn im Haus der Heimat in Nürnberg schafft automatisch positive Nähe des Hauses im Stadtviertel und sicherlich auch ein paar Einnahmen. Die letzten Bilder sind der Blick aufs Nationalmuseum und die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung Menschenrechte, ja nicht verkehrt, diese immer mal wieder sich (öffentlich) bewusst zu halten.

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Eröffnung der Ausstellung »Vergessene Opfer der NS-Euthanasie« der Stiftung Sächsische Gedenkstätten im Museum zum Lager Lamsdorf in Oppeln (Polen). Initiiert durch das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit (Geschäftsführer Herr Dzumla leitete nach der Direktorin des Museums, Frau Dr. Rezler-Wasielewska, ein und wies auf die Ausrottung eben ganz verschiedener Menschen in Minderheitensituationen hin) hatte die Schirmherrschaft Frau Konsulin Fisel-Rösle, die in ihrem Grußwort an die deutschen Verbrechen und die notwendige europäische Zusammenarbeit erinnerte. Im Publikum waren auch Abgeordnete des Semjek vertreten, so Frau Donath-Kasiura. Transport und die Eröffnung förderte das Sächsische Staatsministerium des Innern. Ich erinnerte in meinem Grußwort daran, dass gerade diese Verbrechen behinderte Menschen trafen, die ein Urvertrauen in ihre Pfleger und eigentlich Beschützer setzen; und sich niemals wehren können. Ihre Geschichten und sie selbst sind durch unsere Erinnerungsarbeit aufgehoben – und nicht ausgelöscht!!! Ich leitete diesen Gedanken mit Stefan Heym und seinem Buch »Ahasver« ein (Was tust du da Alter, fragte der Rabbi. Der jedoch sagte, ohne sich stören zu lassen bei seiner Arbeit: Siehst du nicht, dass ich das siebenfach versiegelte Buch des Lebens schreibe, mein Sohn? Aber du schreibst es in den Sand, sagte der Rabbi, und ein Wind wird kommen und alles verwehen. Genau das, erwiderte der Alte, ist der Sinn des Buches). Gleichzeitig regt die Ausstellung dazu an, auch über den heutigen Umgang mit Behinderten und Schwerstbehinderten nachzudenken – was ist der Mensch wert, wenn ich über seine Existenz per Abtreibung entscheiden kann?, ist Inklusion immer das Beste (bevor hier wohlmeinende Ermahnungen kommen - ich spreche aus eigener Erfahrung) und vor allem: geben wir diesen Menschen in unserer Überflussgesellschaft auch genügend Raum: in unseren Kommunen (sie brauchen gute großzügige Wohn- und Freizeitmöglichkeiten) und in unseren Herzen??? Anschließend ging es nach Gleiwitz zur Besprechung der nächsten deutsch-polnischen Projekte wie einer Ausstellung zu 75 Jahre Kriegsende (im Bild die polnischen Historiker Dr. Rosenbaum und Dr. Tracz sowie die stellv. Leiterin des Hauses der deutsch-polnischen Zusammenarbeit, Weronika Wiese) und zum nächsten Schlesienseminar in Schloß Groß Stein, weiter einer Neuauflage eines Buches von Harry Türk über Neustadt zum Kriegsende (»Der Sommer der toten Träume«).

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Finissage der Ausstellung »Kontakte und Kontraste« in der Volkshochschule Chemnitz vom Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler: Angela Korb, Diana Feuerbach, Josef Michaelis und Johann Schuth. In einem kurzen Grußwort erinnerte ich an die über 50.000 ungarndeutschen Vertriebene und Flüchtlinge, die in Sachsen nicht nur Aufnahme fanden (Transporte nach Pirna, hier haben wir letztes Jahr eine Gedenktafel eingeweiht, Ansiedlung vor allem bergbaubedingt im Erzgebirge und Vogtland) sondern unser Land mit gestalteten. Ein anspruchsvoller Abend »Schreiben ist eine Art Verdauen von Wirklichkeit – und das Buch der ideale Aufbewahrungsort für alles, was verloren ist« (FAZ 8/12/2018); Ich möchte hinzusetzen: auch für alles was gewonnen werden kann, denn wir erhoffen uns von Künstlern Ermutigung, wir brauchen zum Leben Träume und Utopie – die wir Wirklichkeit werden lassen

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75 Jahre Gedenken der oberschlesischen Tragödie an der Gedenkstätte des ehemaligen Lagers Lamsdorf (Lambinowice) bei Oppeln mit Gottesdienst und anschließendem Festvortrag im voll gefüllten Gemeindesaal. Der Präsident der deutsch-sozialkulturellen Gesellschaften Gaida, Sejm-Abgeordneter Galla, Semjek-Abgeordneter Bartek, Generalkonsul Neumann, Konsulin Fisel-Rösle, der Vorsitzende des Europaausschusses im Bayerischen Landtag MdL Gotthardt und hunderte Bürger gedachten würdevoll aller Opfer des Krieges, denn, so waren sich die Redner einig – alle Opfer alle Gräueltaten dürfen wir nicht vergessen, alle zählen zur Wahrheit, die allein uns versöhnen und zusammenarbeiten lässt. Gedenken heißt nicht, Vergessen der deutschen Kriegsschuld und Vernichtungsmaschinerie. Ich rufe mir an den Gedenktagen im Januar immer wieder das Buch von Benedikt XVI ins Gedächtnis: Wo war Gott in Auschwitz. Und beim Lesen denkt man daran, dass wir immer wieder in unsere Herzen sehen müssen, das Böse wehren müssen, denn die verwundeten Seelen sind die Einfallstüren des Bösen. Das gemeinsame Gedenken, das Gedenken an alle Opfer, den jedes egal welcher Nation ist eines zuviel, zeigte mir zugleich, dass dies nur möglich geworden ist dank vieler kleiner und großer Wunder - die von uns ausgehen. Die Überwindung von Feindschaft, die Anerkennung des anderen, Grenzen die verbinden statt trennen zeigen die Möglichkeiten, zu denen auch Menschen fähig sind. Dank an die deutsche Minderheit, Dank an die polnische Gemeinde, Dank an die Kirchgemeinde, Dank an alle die denen gedachten, die den Krieg überlebten aber nicht den beginnenden Frieden.

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Terminrückblick 2019 (Auswahl)

Am 7. Dezember 2019 fand die Neuwahl des Landesvorstandes der Vertriebenen und Spätaussiedler in Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. statt. Der Landesverband blickt auf eine erfolgreiche Arbeit zurück, ich denke an die grenzübergreifenden Schülerwettbewerbe, den Entscheid zur Errichtung der außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte in Knappenrode, die zahlreichen Aktivitäten der Kreisverbände, Ortsgruppen und Landsmannschaften, den immer großartigen Chöre treffen in Reichenbach/Oberlausitz oder auch den zentralen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung im Sächsischen Landtag. Die erfolgreiche Arbeit wird als alter und neuer Landesvorsitzender Frank Hirche fortsetzen, dem die Delegierten erneut einstimmig das Vertrauen aussprachen. Als seine erste Stellvertreterin wurde Liane Labuhn gewählt, die damit dem Landesverband auch ein neues Gesicht und einen Generationenwechsel mitgibt. Zweiter Stellvertreter wurde Dr. Manfred Hellmund, so dass auch die Spätaussiedler nunmehr im geschäftsführenden Landesvorstand vertreten sind. Dritter Stellvertreter wurde Alexander Schulz, Schriftführer Peter Wolf und Schatzmeisterin Vera Klass. Damit ist der Vorstand regional breit aufgestellt. Die sieben Beisitzer, darunter die Vorsitzenden der Landsmannschaften Sudetendeutsche, Schlesien aus Deutsche aus Russland ergänzen das Team. Ich wünsche viel Kraft und Erfolg und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit für die weiteren vier Jahre.

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Riesengebirgspreis für Literatur zum ersten Mal verliehen! Danke dem VSK, der Riesengebirgshochschule in Jelenia Góra, dem Marschallamt und natürlich Gratulation den Preisträgern; Bilder und meine kleine Rede sagen alles. Eine tolle Gala am ersten Advent

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Geschafft – durch Unterstützung des Landkreises Bautzen und des Zweckverbandes: Der Mietvertrag für Knappenrode steht. Damit wird die Stiftung Erinnerung Begegnung Integration ab dem 3. Juli 2020 ihr außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum »Transferraum Heimat« in Knappenrode eröffnen. Jetzt geht es an die Adaptierung des Entwurfskonzeptes und dann die Umsetzung. Eine schöne Aufgabe!

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Ehrendes Gedenken zum Volkstrauertag in Torgau. Wir gedenken der Opfer der Kriege, den durch diese Geflohenen, Vertriebenen und allen Menschen, die durch Kriegshandlungen sinnlos Tod erleiden mussten. Gleichzeitig mahnt uns dieser Tag, friedlich miteinander umzugehen und Versöhnung über die Gräber hinweg nicht nur im Mund zu führen, sondern auch zu leben. Dass dies vielfach gelingt, zeigt der gute nachbarschaftliche Umgang. In Torgau besuchte ich drei Gedenkorte, zum ersten hatten die Vertriebenen eingeladen, zugegen waren Bundestagsabgeordneter Marian Wendt, Landtagsabgeordnete Christiane Schenderlein und der Beigeordnete der Stadt Dr. Lars Fähling. Gerade unser Land trägt eine besondere Verantwortung für ein friedvolles Miteinander und Hilfe in Not. Frieden braucht Mut, Mut wächst auch aus Erinnerung.

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Volles Haus zur Tagung »Vertriebene in der DDR – Zum Umgang mit einem Tabu«: Die Organisatoren der Tagung, Gäste auch aus den Verbänden über die sächsischen Grenzen hinaus, die Wahrnehmung durch den Bund (BA Prof. Bernd B. Fabritius; seinen Vorgänger Hartmut Koschyk, Dr Gundula Bavendamm Direktorin der Bundesstiftung Flucht Vertreibung Versöhnung) zeigt, wie wichtig dieses Thema auch heute ist. Neben der Aufarbeitung wird das im Dritten Block am Beispiel der deutsch-polnischen Verständigung deutlich werden.

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Ungarndeutsches (Donauschwaben) Treffen in Lichtenau/ Landhotel Lichte Aue. Im Vogtland/Erzgebirge sind viele Heimatvertriebene aus Ungarn ansässig geworden und pflegen noch heute intensive Kontakte in ihre ehemaligen Heimatgemeinden. Die Millich-Kräner, in ihren Reihen ein ungarischer Bürgermeister und ein ungarischer Musiker am Theater Stralsund, brachten stimmungsvolle Musik und Tänze mit. Mit ungarischen und vogtländischen Trachten und Tänzen beteiligten sich alle. Auch kulinarische Grüße erreichten die über 100 Gäste. Es ist toll zu sehen, wie Musik und Erinnerungen verbinden und alle echte Freude haben. Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen würdigte ich den wahrhaft grenzüberschreitenden Austausch und regte für kommendes Jahr gemeinsame Projekte auch bei der Deutschen Minderheit an. Und ganz wichtig: es muss meist nicht viel Fördergeld sein, wichtig ist das Zeichen und die Anerkennung. Wir erreichen unsere Bürger und schaffen Verbindungen.

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Zu den Deutschen Minderheiten und der Minderheitenpolitik der Bundesregierung sprach anlässlich des 20. VDA Forums im Goethe Institut Dresden der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten, Prof. Dr. Bernd Fabritius. Ein sehr bereichernder Vortrag, der zeigte, dass die deutschen Minderheiten im Ausland und Vertriebene wie Spätaussiedler zusammengedacht werden müssen; sie tragen ein ähnliches Kriegsfolgenschicksal und sind nicht nur kulturelle Brückenbauer, die Brücken sind »mehrspurig«; ein schönes Wort. Genauso wichtig ist die Anerkennung der vielfältigen Arbeit der nationalen Minderheiten in unserem Land; Identität Heimat und Anerkennung sind Kernpunkte unserer Aufgabe. Dank an den VDA und insbesondere Herrn Peter Bien für die Ausrichtung, die Erinnerung an den 9. November und die nette Umrahmung, unterstützt durch den BdV Dresden; Dank an die Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages Frau Andrea Dombois für ihre herzlichen Worte. In meinem kurzen Statement nahm ich den VDA auch zukünftig in die Pflicht zu solch interessanten Foren und zeigte aktuelle Perspektiven der Zusammenarbeit insbesondere mit unseren Partnern in Nieder- und Oberschlesien auf.

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Austausch mit den Deutschen Minderheiten in Berlin. Und Glückwunsch an Bernard Gaida zur Wiederwahl als Sprecher der AGDM! Der Bundesbeauftragte für Minderheiten und Aussiedler Prof Dr Fabritius sowie die Beauftragten (bzw. deren Mitarbeiter) aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern und eben Sachsen standen Rede und Antwort. Der BA verwies auf Minderheiten und die Landsmannschaften sowie den BdV hier als sich entsprechende Interessensgruppen. Ich verwies auf die engen Kontakte nach Nieder- und Oberschlesien, die sich derzeit verstetigende Zusammenarbeit mit unserem sächsischen Landesverband siehe die grenzübergreifenden Schülerwettbewerbe, und das Interesse an einem weiteren Ausbau. Vielleicht die nächste Tagung der AGDM in Sachsen?

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Zu Allerheiligen Besuch auf der Rückfahrt des Lager Lamsdorf bei Oppeln und dann des Konzentrationslagers Groß Rosen bei Jauer. Lamsdorf - Ort des Schreckens für Deutsche 1945 bis 1946 (daneben gab es aber auch das Kriegsgefangenenlager). Groß Rosen - Vernichtungsort durch Deutsche. Geschichte, die nicht vergeht und der steten Erinnerung bedarf. Wir werden die Schüler während der Kreisauer Begegnungen in der Osterwoche 2020 auch mit dieser Spannbreite vertraut machen.

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Heute Treffen mit Frau Hallek vom Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit und dann mit der Direktorin des Hauses des Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG), Frau Neumann, Herrn Gaida, Vorsitzender des VdG und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten, Herrn Bartek, Vorsitzender des Parlaments der Woiwodschaft Oppeln, Herr Wittek, Beauftragter des Marschalls für multikulturelle Fragen und Minderheiten sowie Herrn Drechsel, Lehrer für Deutsch Geschichte Politik.

Wir vereinbarten u. a. die Fortsetzung unseres deutsch-polnischen Begabtenseminars in Kreisau (Verantwortung des Wissenschaftlers in Diktaturen), die Unterstützung bei der Entwicklung des Ausstellungs- und Dokumentationszentrums der Minderheit in Oppeln sowie die Entwicklung einer gemeinsamen Ausstellung und Konferenz anlässlich 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges und dessen Auswirkung auf die damit z. B. im Oberschlesien und anderswo verbliebenen nunmehr Minderheiten. Ein großes Programm für 2020 liegt vor uns.

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Eröffnung der Ausstellung »Nation und Minderheit« im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz bei Bautzen. Hier findet gerade ein, ebenso vom Innenministerium Sachsen gefördertes, deutsch-tschechisches Schülerprojekte mit Zeitzeugen zu Flucht Vertreibung und Integration statt. Minderheiten und deren wechsel-, teils leidvolle Geschichte gehören in diesem Kontext. Zudem machte ich aber auch auf den Wert von Minderheiten für unsere Gesellschaft aufmerksam: kulturell aber eben auch politisch sozial wirtschaftlich. Interessante Gespräche und Anregungen rundeten diesen schönen Abend ab.

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Erntedankfest! Der Mensch ging früher mit der Natur mit. Gäste aus Sobin (Herbertsdorf) bei Liegnitz (Polen) brachten auch herzliche Glückwünsche, die Bürgermeisterin sprach ebenso die zukünftige Zusammenarbeit an. Die Chöre aus Sobin, des BdV Dresden und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland begeisterten die zahlreichen Gäste. Nächstes Jahr gemeinsames Erntedankfest in Liegnitz!

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Super Herbst bei Schloss Wernersdorf. Die Jury hat getagt und einstimmig einen würdigen Preisträger ausgewählt. Glückwunsch an den VSK für diese Idee, die wir gern unterstützen, der Literaturpreis kann eine Institution werden.

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Eröffnung der Büro- und Ausstellungsräume der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Regionalverband Leipzig und des BdV Regionalverbandes Leipzig. Damit sind jetzt in allen drei Zentren Sachsens Begegnungszentren geschaffen, an die sich auch neu ankommende Spätaussiedler wenden können, sozusagen Integration von Landsmann zu Landsmann. Der BdV Chor und der Kinderchor Sonnenschein der Landsmannschaft umrahmten musikalisch; Musik verbindet und gibt Kraft. Auch der Austausch bei einem selbstgemachten Imbiss kam nicht zu kurz, zudem steht nun die Ausstellung Heimatwechsel, die die wechsel- und leidvolle Geschichte der Spätaussiedler, die spezielle Integration in Sachsen aber auch die sächsisch-russischen Beziehungen erzählt, in den neuen Räumen, später soll sie auf Wanderschaft gehen. Ich erinnerte mit den Worten »es kann nicht gesagt werden was nicht vorher gedacht wurde« an unsere Pflicht, gerade nach dem unfassbaren Verbrechen in Halle, auch bei unterschiedlichen Ansichten und Haltungen, immer den Mitmenschen im anderen zu sehen, Worte sind Haltungen, Worte können verbinden oder zu Hass anstacheln. Wir brauchen dringend mehr Miteinander, mögen die Begegnungsräume dazu beitragen.

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Bürgermeister Thomas Delling würdigte die aufopferungsvolle Arbeit des Landesvorsitzenden der Vertriebenen und Spätaussiedler, Frank Hirche, und der Vorsitzenden des Stadtverbandes Hoyerswerda, Gisela Lossack. Die eindrucksvolle Festrede zu Menschenrechten und den Grundbedingungen von Frieden hielt der Bürgermeister von Lauta, Frank Lehmann. Ich erinnerte in meinem Grußwort an den Einsatz für die Bewahrung unserer Heimat, für das Leben von Heimatliebe. Der Chor der Volkssolidarität sowie die Vielharmoniker umrahmten stimmungsvoll die gelungene Veranstaltung, Superintendent in Ruhe Friedhart Vogel sprach Worte des Gedenkens und verwies auf die sich anschließende Kranzniederlegung auf dem Vertriebenenfriedhof beim Lager Elsterhorst. Dieser Tag wird auch in Zukunft unverzichtbar sein, er gibt Muße zu Rückblick, kommunaler Vernetzung und Raum für zukünftige regionale und grenzüberschreitende Projekte.

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In seiner Funktion als Beauftragter für Vertreibene und Spätaussiedler regte Dr. Jens Baumann Überlegungen zur Anerkennung und Entschädigung für das Ehrenamt der betroffenen Klientel an.

Heute bereits zum 6. Mal der Sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung. Über 200 Teilnehmer aus ganz Sachsen lauschten den Chören und Vorträgen, um sich nachher zu eigenen Erfahrungen aber auch des zukünftigen grenzüberschreitenden Miteinander auszutauschen.

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Eröffnung des Servicebüros für Sorbische Sprache in Bautzen durch David Statnik, Vorsitzender der Domowina, Maria Michalk, Vorsitzende des Rates für Sorbische Angelegenheiten und Innenstaatssekretär Prof. Dr Günther Schneider; in Anwesenheit des Mitgliedes des sächsischen Landtages Frank Hirche und mehrerer Bürgermeister. Dieses Büro, angestoßen durch den Rat und finanziell ausgestattet durch den Sächsischen Landtag, ist eine Einmaligkeit und wird die gleichberechtigte Anwendung der Sorbischen Sprache befördern. Hier werden zwei Mitarbeiter sich um Übersetzungen für die Gemeinden im Sorbischen Siedlungsgebiet, um eine entsprechende Internetpräsenz und vieles mehr kümmern. Sprache, so der Innenstaatssekretär Prof Dr Schneider, ist eine bleibende Pflicht aus der sächsischen Verfassung. Sprache schafft Identität. Dieses Büro geht konform mit dem Kommunalprogramm zur Stärkung der Sorbischen Sprache und der heutigen Eröffnung einer Sprachschule in Bautzen. Hiermit wird deutlich: der Freistaat schützt nicht nur Minderheiten, sondern befördert auch ihre aktive Fortentwicklung.

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Tag der Heimat des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V.: Mehr als 300 Teilnehmer, von Plauen Torgau bis nach Oppeln (Opole) waren ein überwältigendes Zeichen, dass dieser Tag in den Herzen der Menschen ist und auch zukünftig von Brauchtumserhalt, aber auch grenzüberschreitender Zusammenarbeit zeugen wird. Ministerpräsident Michael Kretschmer verwies auf die weitere Unterstützung der Vertriebenen und Spätaussiedler, wie auch darauf, dass dieser Tag auch seine eigene Familiengeschichte berührt. Landrat Bernd Lange wie auch Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien Stefan Rauhut sprachen vom Zusammenhalt der Bürger im Landkreis Görlitz und seinen auch schlesischen Wurzeln. MdL Frank Hirche, zugleich Landesvorsitzender, erinnerte an das Wechselspiel von Heimat und dem gemeinsamen Haus Europa. Präsentiert wurde ebenso der neue Film »Das Liegnitzer Pferdchen«, welcher von Flucht Vertreibung und Ankommen erzählt.

Impressiomem von der Veranstaltung zum »Tag der Heimat« auf facebook

Kulturnachmittag der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Ortsgruppe Leipzig in Leipzig-Grünau. Der BM Allgemeine Verwaltung Hörning, MdL Nowak (CDU) und Staatsministerin Köpping waren anwesend. Ich präsentierte hier als zweiten Standort unsere neue Wanderausstellung »Heimatwechsel« zur Situation der Deutschen aus Russland speziell in Sachsen. Der Zuspruch aus dieser Gruppe, eine eigene Aufarbeitung zu haben, ermutigt.

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Die kürzeste Definition von Frieden ist Zufriedenheit, so der ehemalige Bürgermeister von Auschwitz anlässlich der Kranzniederlegung zum Gedenken an die Toten des ehemaligen NKWD Lagers Tost. Insgesamt eine unglaublich beeindruckende Veranstaltung, hervorragend organisiert von Frau Krägel (die hier selbst ihren Vater verlor) und Frau Matheja vom DFK Tost, an der mehr als 80 Gäste aus Deutschland und Polen teilnahmen, bewegende Worte sprach u. a. der Bürgermeister der Stadt Toczek, ehedem eine wichtige Stadt an der via regia und mit einer empfehlenswerten Burg (Eichendorff). Höhepunkt der Veranstaltung war der Gedenkgottesdienst in der katholischen Kirche in der Stadt, zweisprachig und ökumenisch. Die Videos mit den Musikern und Chor sind empfehlenswert. Nehmen Sie sich die Zeit zum Zuhören. Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen war es mir eine Ehre, die Grußbotschaft unseres Ministerpräsidenten vortragen und für den Freistaat einen Kranz zum Gedenken an die Opfer niederlegen zu können. Einen Tag vor der Europawahl war diese Veranstaltung ein beispielhaftes Zeichen, wie Polen und Deutsche gemeinsam die Zukunft gestalten können.

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Heute wurde der neue Landesbeirat für Integration berufen; neu hinzugekommen bin ua ich als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen. Ab jetzt haben in dieser wichtigen Angelegenheit die Vertriebenen und Spätaussiedler hier ihre Stimme zur Begleitung gesellschaftsrelevanter Themen. Ich freue mich auf die Arbeit; wir haben uns vorgenommen, quartalsweise zusammen zu kommen, so dass sich auch etwas wirklich bewegen lässt.

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Wanderausstellungen

Folgende Ausstellungen stehen zur Verfügung und können als Wanderausstellungen angefordert werden:

Wanderausstellung »Unsere neue Heimat – Sachsen«

Wanderausstellung »Integration durch Leistung«

Wanderausstellung »Was uns Trachten zu sagen haben«

Wanderausstellung »Heimatwechsel. Sachsen und Russland – Deutsche aus Russland in Sachsen«

Wanderausstellung »Prüfstein des Gewissens. Sächsische Spuren zum 20. Juli 1944«

Wanderausstellung »Nation und Minderheit in Europa«

Ansprechpartner

Die Wanderausstellungen können beim Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler folgende Ausstellungen kostenlos abgerufen werden.

Jens.Baumann@smi.sachsen.de

Hinweise zu Wanderausstellungen

Alle Ausstellungen sind als Rollups leicht transportfähig. Auf Wunsch kann die jeweilige Ausstellungseröffnung nach Absprache mitgestaltet werden.

Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler ist auch Ansprechpartner im Innenministerium für die Belange der Minderheiten. Für die Kommunen des sorbischen Siedlungsgebietes gibt es im Doppelhaushalt 2019/2020 Zuweisungen für Mehraufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Zweisprachigkeit.

Schuljahreskalender 2019/2020 zum Schülerwettbewerb 2019 »Flucht, Vertreibung und Integration. Geflohen – vertrieben – angekommen? Menschen und ihre Schicksale in Deutschland, Polen, Tschechien«

Der Schuljahreskalender – entstanden aus einem Schülerwettbewerb 2019 – versammelt die 18 Projektergebnisse der beteiligten deutschen, polnischen und tschechischen Schulen, die sich mit über 500 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019 am grenzübergreifenden Schülerwettbewerb »Flucht, Vertreibung und Integration. Geflohen – vertrieben – angekommen? Menschen und ihre Schicksale in Deutschland, Polen, Tschechien« beteiligt haben. Ihnen allen, den Lehrerinnen und Lehrern, den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern gilt unser Dank für das große Engagement und die überaus eindrucksvollen Wettbewerbseinreichungen.

Ausgangspunkt der Wettbewerbsidee war, dass Flucht, Vertreibung und Integration auch heute die Menschen berühren und wieder tagesaktuell sind. Ausgegrenzt, verfolgt und vertrieben wurden Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen seit Urzeiten. Besonders in den Nationalstaaten des 19. und 20. Jahrhunderts erschienen Minderheiten häufig als Fremdkörper, denen mit Vorurteilen, Angst und Ablehnung begegnet wurde. Zuwanderer, Minderheiten, Flüchtlinge wurden zusammengefasst als »Fremde«, die es im günstigen Falle zu assimilieren, oft zu vertreiben oder gar zu vernichten galt.

Für die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkrieges erschien der sogenannte »Bevölkerungstransfer« von Millionen Deutschen aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Brandenburg, Schlesien, Böhmen, Mähren und vielen anderen Gegenden in Ost-, Mittel- und Südosteuropa als adäquate Antwort auf die Verbrechen, mit denen Nazi-Deutschland den Kontinent überzogen hatte. In der Realität erwies sich diese Politik mit all ihrem Leid als Alptraum und Belastung für Generationen.

Die Unmenschlichkeit solcher »Transfers« schien im zusammenwachsenden Europa für die kommenden vier Jahrzehnte gebannt, doch der Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren und die daraus folgenden ethnischen Säuberungen belehrten Europa eines Besseren. Und auch heute beschäftigt uns wieder das Schicksal der vielen Flüchtlinge.

Der Schülerwettbewerb »Flucht, Vertreibung und Integration. Geflohen – vertrieben – angekommen? Menschen und ihre Schicksale in Deutschland, Polen, Tschechien« wollte deshalb die verschiedenen Zeiträume von Flucht, Vertreibung und Integration thematisieren und das Gestern dem Heute gegenüberstellen. Die Bearbeitung dieses umfassenden Themas war dabei freigestellt; und gerade die unterschiedlichen Herangehensweisen und Ausdrucksformen spiegeln die Vielschichtigkeit wider und zeigen, dass Vertreibung kein Mittel der Politik sein darf. Vertreibungen zerstören Lebenswege. Umso wichtiger ist daher im neuen Land auch eine gelingende Integration – für die das Aufnahmeland wie auch die Zuwanderer gleichermaßen verantwortlich sind.

Die Teilnehmerbeiträge machten ebenso deutlich, dass Vielfalt unsere Gesellschaft bereichert. Sie wurde deshalb als wertvoll und erhaltenswert thematisiert, um das gemeinsame kulturelle Erbe zu bewahren und fortzuentwickeln.

Die Wettbewerbsbeiträge weisen zudem, wie schon beim letzten Wettbewerb, darauf hin, dass Heimat ein Ort der Sinngebung ist und für die eigene Identität unverzichtbar bleibt. Heimat vereint dabei mehrere Perspektiven:

  • Heimat bedarf des Schutzes und der Gestaltung.
  • Heimat verändert sich und schöpft doch aus tiefen unvergänglichen Wurzeln.
  • Der Mensch braucht Heimat, sie prägt ihn, und er verändert sich mit ihr gerade auch dann, wenn er gezwungen ist, seine bisherige Heimat zu verlassen und sich anderswo wieder heimisch niederzulassen. Heimat ist daher auch Auftrag, diese anzunehmen und sich in seine neue Heimat hinein zu fühlen.

Heimat gibt es nicht ohne den Menschen. Heimat ist daher genauso Auftrag, den Menschen in ihrer – gewählten – Heimat, aufbauend auf deren Wurzeln, eine lebenswerte Perspektive zu bieten.

Die Preisverleihung fand am 14. Juni 2019 in der Christlichen Schule Johanneum Hoyerswerda im Beisein des Staatssekretärs im Sächsischen Staatsministerin für Kultus, Herbert Wolff, des Juryvorsitzenden Frank Hirche, MdL, und des Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen, Dr. Jens Baumann, statt.

Den Schuljahreskalender 2019/2020 können Sie kostenfrei beim Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler anfordern.

Förderung nach § 96 Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz (BVFG)

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