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Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler

Porträtfoto von Dr. Janz Baumann. © SMI

Dr. Jens Baumann ist studierter Geograph und Verwaltungsfachwirt.

Er arbeitet seit 1992 im Sächsischen Staatsministerium des Innern unter anderem im Bereich »Förderung und Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes«. Neben seiner Referententätigkeit im Ministerium ist er nebenberuflich tätig an der TU Chemnitz, der Hochschule Meißen (FH) sowie Gastdozent an der Universität Breslau.

Am 19. Juni 2018 wurde Dr. Jens Baumann von Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller zum Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen ernannt. »Wir haben uns in der Staatsregierung dazu entschlossen, einen Ansprechpartner in herausgehobener Stellung für die Interessen der Heimatvertriebenen  und  Spätaussiedler zu installieren. Diese Menschen haben unser Land nachhaltig geprägt, ihm wirtschaftliche, kulturelle und soziale  Impulse gegeben. Ich bin mir sicher, dass ihre Belange bei Dr. Baumann in guten Händen sind und er die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ressorts und Verbänden intensiv koordiniert«, sagte Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller zur Ernennung.

Vergleichbare Landesbeauftragte gibt es in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg sowie beim Bund.

Allein unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg sind mehr als eine Million Heimatvertriebene und Aussiedler nach Sachsen gekommen. Schätzungen gehen davon  aus, dass ihr Bevölkerungsanteil heute bei rund fünf  Prozent liegt. Derzeit sind noch rund 5.000 von ihnen in Verbänden im Freistaat organisiert.

»Vertriebene und Spätaussiedler bekommen eigenen Beauftragten beim Freistaat Sachsen« [Medieninformation vom 19.06.2019]

Kontakt

Dr. Jens Baumann

Postanschrift:
Sächsisches Staatsministerium des Innern
01095 Dresden

Telefon: 0351 564-30110

E-Mail: Jens.Baumann@smi.sachsen.de

Rundschreiben / Nachrichten

75 Jahre Kriegsende: Wir erinnern an Flucht und Vertreibung der Deutschen aus dem Osten

Liebe Heimatfreunde, sehr geehrte Damen und Herren,

in wenigen Tagen erinnern wir an 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir erinnern damit auch an die Schuld und das millionenfache unzählbare Leid, welches Nazideutschland über die Völker der Welt gebracht hat. Den Aufstieg unseres Landes als geachtetes und wirtschaftlich starkes Land innerhalb der europäischen und auch der weltweiten Staatengemeinschaft hätte damals niemand für möglich gehalten. Er ist Ausdruck des Lernens aus der Geschichte, von eigenem Willen und Können und der Hilfe von außen: von Ländern, die Nazideutschland erobern wollte – und die heute mit uns befreundet sind.

Die Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Bayern, der Länder Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und des Freistaates Sachsen erinnern mit dem beigefügten »Aufruf« zugleich aber auch an das manchmal in Vergessenheit geratene Leid der Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Spätaussiedler. Wir verbinden dies mit der Hoffnung, dass auch diese Geschichte im festen Bewusstsein unseres Volkes bleibt und eine angemessene Berücksichtigung erfährt; nicht zuletzt haben gerade auch die Heimatvertriebenen und Spätaussiedler zur Entwicklung unseres Landes erfolgreich beigetragen. Sie haben gezeigt, wie man trotz Heimatverlust sich eine neue zweite Heimat aufbauen kann und wie die Brücken in die alte Heimat heute zu festen Fundamenten guter und freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern werden können.

Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen habe ich daher einige Projekte auch ganz besonders befördert. So unterstütze ich eine Wanderausstellung des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit im Gleiwitz/Gliwice zu 75 Jahre Kriegsende, die im Rahmen des diesjährigen internationalen Schlesienseminars in Schloß Groß Stein (Kamien Slaski) eröffnet werden soll (voraussichtlich Ende Oktober). Des Weiteren wird es voraussichtlich im November gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau eine internationale Tagung zu eben diesem Thema in Warschau geben. Auch der Sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung am 13. September wird diesem Datum ein ganz besonderes Gewicht beimessen. Nicht zuletzt sollen ein zukünftiges Stipendium, eine erstmalige Preisverleihung und der nächste trinationale Schülerwettbewerb der Stiftung Erinnerung Begegnung Integration und des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. hieran anknüpfen. Mit diesen und weiteren Initiativen soll der Aufruf mit Leben erfüllt werden.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Mai und hoffe mit Ihnen gemeinsam auf eine schrittweise Rückkehr in den Alltag und die Wiederaufnahme unserer Projekte und Begegnungen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Dr. Jens Baumann

Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen

Terminvorschau

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Terminrückblick 2020 (Auswahl)

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Terminen des Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler, Dr. Jens Baumann, von dessen Facebook-Seite.

Zusammenkunft der Argeflü-Unterarbeitsgruppe Kulturförderung nach Paragraph 96 BVFG. Diesmal in Nürnberg erst im Haus der Heimat und dann im Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (derzeit Miete, zukünftig Neubau). Vertreten waren u. a. Bayern Hessen, Rheinland-Pfalz, NRW, Niedersachsen und natürlich der Freistaat Sachsen. Im Mittelpunkt stand diesmal die unterschiedliche (und vor allem in Bayern reichhaltige) Förderlandschaft, deren Anliegen es ist, die Erinnerungsarbeit als Vermächtnis für die Bundesrepublik insgesamt zu stärken, gerade weil die einzelnen Landsmannschaften und Kreisverbände erheblich altern und die Mitgliederzahlen sich reduzieren. Die Verantwortung bleibt trotzdem, was auch heißt, die Förderung wie in Bayern oder Hessen aber auch NRW zu stärken, Fördergrundsätze neu zu denken (man denke an die Übertragung der Gedenkstättenarbeit bzgl der Förderhöhen auf das Anliegen; einige Länder haben den Eigenanteil auf 10% abgesenkt, andere stärken die Strukturen im Sinne einer Arbeitsfähigkeit und verstärkten Bildungsarbeit durch einen entsprechenden Ausbau der Geschäftsstellen und des Personals). So bieten Kulturzentren die Möglichkeit, auf Augenhöhe mit den Kommunen bei Veranstaltungen zu kooperieren. Wissenschaftliche Tagungen mit Vertretern mehrerer Länder, Autorentagungen, Kooperationsabkommen mit in den ehemaligen Heimatgebieten verbliebenen Minderheiten, Theaterprojekte aber auch Sprachförderung bei Kindern und Jugendlichen sind Ansätze, um das reichhaltige Erbe erlebbar auch für die heutige Zeit werden zu lassen. Hierzu gehören ebenso die Nutzung der neuen Medien; so plane auch ich mit einem Projektträger einen ersten Film für YouTube und die spielerische Umsetzung des grenzübergreifenden kulturellen Erbes, um junge Menschen quasi am Handy zu erreichen. Auch die Beauftragten tragen in den Ländern zu einer deutlich besseren Wahrnehmung bei, zumal sie vielfach personell ausgebaut worden sind. Daneben werden oftmals die Mittel vom Ministerium an die Häuser der Heimat oder Haus des Deutschen Ostens oder eben Kulturzentren vergeben, die dann im vorgegebenen Rahmen eigenständig fördern und prüfen. Landesbeiräte bestehen ebenso teilweise, auch hier erarbeite ich derzeit einen Besetzungsvorschlag für Sachsen. Einig war man sich, dass in Zukunft neben den Verbänden verstärkt auch in die Bildungs- und Begegnungsarbeit zu investieren ist. Sachsen liegt hier mit der für nächstes Jahr geplanten Eröffnung der außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte Knappenrode richtig; ebenso verstärken wir die Zusammenarbeit mit der Deutschen Minderheit in Polen und Tschechien und unterstützen dazu Projekte vor Ort; ich berichtete darüber bereits. Fazit: Die Länder haben sehr ähnliche Ziele, die Wege sind teilweise verschiedene, ein Mindestbestand an Personal und Geld sowie der politische Wille sind aber unabdingbar. Dafür erhält man eine reiche Kulturlandschaft, verstärkt die Kontakte zwischen den Ländern, schafft Verständnis durch unterschiedliche Sichtweisen und wehrt nationalistische Tendenzen ab. Aber eben nicht zum Nulltarif, wir haben ja auch selbst in Sachsen weit über 200.000 Menschen, deren Schicksal als Vertriebene oder Spätaussiedler uns heute noch Demut, Verzicht, Anpacken, Neubeginnen, Mut und kulturelle Annäherung wie auch Toleranz und Hilfsbereitschaft lehren können. Und PS: die Kegelbahn im Haus der Heimat in Nürnberg schafft automatisch positive Nähe des Hauses im Stadtviertel und sicherlich auch ein paar Einnahmen. Die letzten Bilder sind der Blick aufs Nationalmuseum und die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung Menschenrechte, ja nicht verkehrt, diese immer mal wieder sich (öffentlich) bewusst zu halten.

Impressionen vom Treffen auf facebook

Eröffnung der Ausstellung »Vergessene Opfer der NS-Euthanasie« der Stiftung Sächsische Gedenkstätten im Museum zum Lager Lamsdorf in Oppeln (Polen). Initiiert durch das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit (Geschäftsführer Herr Dzumla leitete nach der Direktorin des Museums, Frau Dr. Rezler-Wasielewska, ein und wies auf die Ausrottung eben ganz verschiedener Menschen in Minderheitensituationen hin) hatte die Schirmherrschaft Frau Konsulin Fisel-Rösle, die in ihrem Grußwort an die deutschen Verbrechen und die notwendige europäische Zusammenarbeit erinnerte. Im Publikum waren auch Abgeordnete des Semjek vertreten, so Frau Donath-Kasiura. Transport und die Eröffnung förderte das Sächsische Staatsministerium des Innern. Ich erinnerte in meinem Grußwort daran, dass gerade diese Verbrechen behinderte Menschen trafen, die ein Urvertrauen in ihre Pfleger und eigentlich Beschützer setzen; und sich niemals wehren können. Ihre Geschichten und sie selbst sind durch unsere Erinnerungsarbeit aufgehoben – und nicht ausgelöscht!!! Ich leitete diesen Gedanken mit Stefan Heym und seinem Buch »Ahasver« ein (Was tust du da Alter, fragte der Rabbi. Der jedoch sagte, ohne sich stören zu lassen bei seiner Arbeit: Siehst du nicht, dass ich das siebenfach versiegelte Buch des Lebens schreibe, mein Sohn? Aber du schreibst es in den Sand, sagte der Rabbi, und ein Wind wird kommen und alles verwehen. Genau das, erwiderte der Alte, ist der Sinn des Buches). Gleichzeitig regt die Ausstellung dazu an, auch über den heutigen Umgang mit Behinderten und Schwerstbehinderten nachzudenken – was ist der Mensch wert, wenn ich über seine Existenz per Abtreibung entscheiden kann?, ist Inklusion immer das Beste (bevor hier wohlmeinende Ermahnungen kommen - ich spreche aus eigener Erfahrung) und vor allem: geben wir diesen Menschen in unserer Überflussgesellschaft auch genügend Raum: in unseren Kommunen (sie brauchen gute großzügige Wohn- und Freizeitmöglichkeiten) und in unseren Herzen??? Anschließend ging es nach Gleiwitz zur Besprechung der nächsten deutsch-polnischen Projekte wie einer Ausstellung zu 75 Jahre Kriegsende (im Bild die polnischen Historiker Dr. Rosenbaum und Dr. Tracz sowie die stellv. Leiterin des Hauses der deutsch-polnischen Zusammenarbeit, Weronika Wiese) und zum nächsten Schlesienseminar in Schloß Groß Stein, weiter einer Neuauflage eines Buches von Harry Türk über Neustadt zum Kriegsende (»Der Sommer der toten Träume«).

Impressionen der Ausstellungseröffnung auf facebook

Finissage der Ausstellung »Kontakte und Kontraste« in der Volkshochschule Chemnitz vom Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler: Angela Korb, Diana Feuerbach, Josef Michaelis und Johann Schuth. In einem kurzen Grußwort erinnerte ich an die über 50.000 ungarndeutschen Vertriebene und Flüchtlinge, die in Sachsen nicht nur Aufnahme fanden (Transporte nach Pirna, hier haben wir letztes Jahr eine Gedenktafel eingeweiht, Ansiedlung vor allem bergbaubedingt im Erzgebirge und Vogtland) sondern unser Land mit gestalteten. Ein anspruchsvoller Abend »Schreiben ist eine Art Verdauen von Wirklichkeit – und das Buch der ideale Aufbewahrungsort für alles, was verloren ist« (FAZ 8/12/2018); Ich möchte hinzusetzen: auch für alles was gewonnen werden kann, denn wir erhoffen uns von Künstlern Ermutigung, wir brauchen zum Leben Träume und Utopie – die wir Wirklichkeit werden lassen

Impressionen der Finissage auf facebook

75 Jahre Gedenken der oberschlesischen Tragödie an der Gedenkstätte des ehemaligen Lagers Lamsdorf (Lambinowice) bei Oppeln mit Gottesdienst und anschließendem Festvortrag im voll gefüllten Gemeindesaal. Der Präsident der deutsch-sozialkulturellen Gesellschaften Gaida, Sejm-Abgeordneter Galla, Semjek-Abgeordneter Bartek, Generalkonsul Neumann, Konsulin Fisel-Rösle, der Vorsitzende des Europaausschusses im Bayerischen Landtag MdL Gotthardt und hunderte Bürger gedachten würdevoll aller Opfer des Krieges, denn, so waren sich die Redner einig – alle Opfer alle Gräueltaten dürfen wir nicht vergessen, alle zählen zur Wahrheit, die allein uns versöhnen und zusammenarbeiten lässt. Gedenken heißt nicht, Vergessen der deutschen Kriegsschuld und Vernichtungsmaschinerie. Ich rufe mir an den Gedenktagen im Januar immer wieder das Buch von Benedikt XVI ins Gedächtnis: Wo war Gott in Auschwitz. Und beim Lesen denkt man daran, dass wir immer wieder in unsere Herzen sehen müssen, das Böse wehren müssen, denn die verwundeten Seelen sind die Einfallstüren des Bösen. Das gemeinsame Gedenken, das Gedenken an alle Opfer, den jedes egal welcher Nation ist eines zuviel, zeigte mir zugleich, dass dies nur möglich geworden ist dank vieler kleiner und großer Wunder - die von uns ausgehen. Die Überwindung von Feindschaft, die Anerkennung des anderen, Grenzen die verbinden statt trennen zeigen die Möglichkeiten, zu denen auch Menschen fähig sind. Dank an die deutsche Minderheit, Dank an die polnische Gemeinde, Dank an die Kirchgemeinde, Dank an alle die denen gedachten, die den Krieg überlebten aber nicht den beginnenden Frieden.

Impressionen der Kranzniederlegung in Lamsdorf/Polen auf facebook

Terminrückblick 2019 (Auswahl)

Am 7. Dezember 2019 fand die Neuwahl des Landesvorstandes der Vertriebenen und Spätaussiedler in Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V. statt. Der Landesverband blickt auf eine erfolgreiche Arbeit zurück, ich denke an die grenzübergreifenden Schülerwettbewerbe, den Entscheid zur Errichtung der außerschulischen Bildungs- und Begegnungsstätte in Knappenrode, die zahlreichen Aktivitäten der Kreisverbände, Ortsgruppen und Landsmannschaften, den immer großartigen Chöre treffen in Reichenbach/Oberlausitz oder auch den zentralen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung im Sächsischen Landtag. Die erfolgreiche Arbeit wird als alter und neuer Landesvorsitzender Frank Hirche fortsetzen, dem die Delegierten erneut einstimmig das Vertrauen aussprachen. Als seine erste Stellvertreterin wurde Liane Labuhn gewählt, die damit dem Landesverband auch ein neues Gesicht und einen Generationenwechsel mitgibt. Zweiter Stellvertreter wurde Dr. Manfred Hellmund, so dass auch die Spätaussiedler nunmehr im geschäftsführenden Landesvorstand vertreten sind. Dritter Stellvertreter wurde Alexander Schulz, Schriftführer Peter Wolf und Schatzmeisterin Vera Klass. Damit ist der Vorstand regional breit aufgestellt. Die sieben Beisitzer, darunter die Vorsitzenden der Landsmannschaften Sudetendeutsche, Schlesien aus Deutsche aus Russland ergänzen das Team. Ich wünsche viel Kraft und Erfolg und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit für die weiteren vier Jahre.

Impressionen der Neuwahl auf facebook

Riesengebirgspreis für Literatur zum ersten Mal verliehen! Danke dem VSK, der Riesengebirgshochschule in Jelenia Góra, dem Marschallamt und natürlich Gratulation den Preisträgern; Bilder und meine kleine Rede sagen alles. Eine tolle Gala am ersten Advent

Impressionen der Verleihung des Riesengebirgspreises für Literatur auf facebook

Geschafft – durch Unterstützung des Landkreises Bautzen und des Zweckverbandes: Der Mietvertrag für Knappenrode steht. Damit wird die Stiftung Erinnerung Begegnung Integration ab dem 3. Juli 2020 ihr außerschulischen Bildungs- und Begegnungszentrum »Transferraum Heimat« in Knappenrode eröffnen. Jetzt geht es an die Adaptierung des Entwurfskonzeptes und dann die Umsetzung. Eine schöne Aufgabe!

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Ehrendes Gedenken zum Volkstrauertag in Torgau. Wir gedenken der Opfer der Kriege, den durch diese Geflohenen, Vertriebenen und allen Menschen, die durch Kriegshandlungen sinnlos Tod erleiden mussten. Gleichzeitig mahnt uns dieser Tag, friedlich miteinander umzugehen und Versöhnung über die Gräber hinweg nicht nur im Mund zu führen, sondern auch zu leben. Dass dies vielfach gelingt, zeigt der gute nachbarschaftliche Umgang. In Torgau besuchte ich drei Gedenkorte, zum ersten hatten die Vertriebenen eingeladen, zugegen waren Bundestagsabgeordneter Marian Wendt, Landtagsabgeordnete Christiane Schenderlein und der Beigeordnete der Stadt Dr. Lars Fähling. Gerade unser Land trägt eine besondere Verantwortung für ein friedvolles Miteinander und Hilfe in Not. Frieden braucht Mut, Mut wächst auch aus Erinnerung.

Impressionen zum Gedenken auf facebook

Volles Haus zur Tagung »Vertriebene in der DDR – Zum Umgang mit einem Tabu«: Die Organisatoren der Tagung, Gäste auch aus den Verbänden über die sächsischen Grenzen hinaus, die Wahrnehmung durch den Bund (BA Prof. Bernd B. Fabritius; seinen Vorgänger Hartmut Koschyk, Dr Gundula Bavendamm Direktorin der Bundesstiftung Flucht Vertreibung Versöhnung) zeigt, wie wichtig dieses Thema auch heute ist. Neben der Aufarbeitung wird das im Dritten Block am Beispiel der deutsch-polnischen Verständigung deutlich werden.

Impressionen zur Tagung auf facebook

Ungarndeutsches (Donauschwaben) Treffen in Lichtenau/ Landhotel Lichte Aue. Im Vogtland/Erzgebirge sind viele Heimatvertriebene aus Ungarn ansässig geworden und pflegen noch heute intensive Kontakte in ihre ehemaligen Heimatgemeinden. Die Millich-Kräner, in ihren Reihen ein ungarischer Bürgermeister und ein ungarischer Musiker am Theater Stralsund, brachten stimmungsvolle Musik und Tänze mit. Mit ungarischen und vogtländischen Trachten und Tänzen beteiligten sich alle. Auch kulinarische Grüße erreichten die über 100 Gäste. Es ist toll zu sehen, wie Musik und Erinnerungen verbinden und alle echte Freude haben. Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen würdigte ich den wahrhaft grenzüberschreitenden Austausch und regte für kommendes Jahr gemeinsame Projekte auch bei der Deutschen Minderheit an. Und ganz wichtig: es muss meist nicht viel Fördergeld sein, wichtig ist das Zeichen und die Anerkennung. Wir erreichen unsere Bürger und schaffen Verbindungen.

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Zu den Deutschen Minderheiten und der Minderheitenpolitik der Bundesregierung sprach anlässlich des 20. VDA Forums im Goethe Institut Dresden der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten, Prof. Dr. Bernd Fabritius. Ein sehr bereichernder Vortrag, der zeigte, dass die deutschen Minderheiten im Ausland und Vertriebene wie Spätaussiedler zusammengedacht werden müssen; sie tragen ein ähnliches Kriegsfolgenschicksal und sind nicht nur kulturelle Brückenbauer, die Brücken sind »mehrspurig«; ein schönes Wort. Genauso wichtig ist die Anerkennung der vielfältigen Arbeit der nationalen Minderheiten in unserem Land; Identität Heimat und Anerkennung sind Kernpunkte unserer Aufgabe. Dank an den VDA und insbesondere Herrn Peter Bien für die Ausrichtung, die Erinnerung an den 9. November und die nette Umrahmung, unterstützt durch den BdV Dresden; Dank an die Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages Frau Andrea Dombois für ihre herzlichen Worte. In meinem kurzen Statement nahm ich den VDA auch zukünftig in die Pflicht zu solch interessanten Foren und zeigte aktuelle Perspektiven der Zusammenarbeit insbesondere mit unseren Partnern in Nieder- und Oberschlesien auf.

Impressionen vom 20. VDA-Forum auf facebook

Austausch mit den Deutschen Minderheiten in Berlin. Und Glückwunsch an Bernard Gaida zur Wiederwahl als Sprecher der AGDM! Der Bundesbeauftragte für Minderheiten und Aussiedler Prof Dr Fabritius sowie die Beauftragten (bzw. deren Mitarbeiter) aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern und eben Sachsen standen Rede und Antwort. Der BA verwies auf Minderheiten und die Landsmannschaften sowie den BdV hier als sich entsprechende Interessensgruppen. Ich verwies auf die engen Kontakte nach Nieder- und Oberschlesien, die sich derzeit verstetigende Zusammenarbeit mit unserem sächsischen Landesverband siehe die grenzübergreifenden Schülerwettbewerbe, und das Interesse an einem weiteren Ausbau. Vielleicht die nächste Tagung der AGDM in Sachsen?

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Zu Allerheiligen Besuch auf der Rückfahrt des Lager Lamsdorf bei Oppeln und dann des Konzentrationslagers Groß Rosen bei Jauer. Lamsdorf - Ort des Schreckens für Deutsche 1945 bis 1946 (daneben gab es aber auch das Kriegsgefangenenlager). Groß Rosen - Vernichtungsort durch Deutsche. Geschichte, die nicht vergeht und der steten Erinnerung bedarf. Wir werden die Schüler während der Kreisauer Begegnungen in der Osterwoche 2020 auch mit dieser Spannbreite vertraut machen.

Impressionen vom Ausflug zu Allerheiligen auf facebook

Heute Treffen mit Frau Hallek vom Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit und dann mit der Direktorin des Hauses des Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG), Frau Neumann, Herrn Gaida, Vorsitzender des VdG und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten, Herrn Bartek, Vorsitzender des Parlaments der Woiwodschaft Oppeln, Herr Wittek, Beauftragter des Marschalls für multikulturelle Fragen und Minderheiten sowie Herrn Drechsel, Lehrer für Deutsch Geschichte Politik.

Wir vereinbarten u. a. die Fortsetzung unseres deutsch-polnischen Begabtenseminars in Kreisau (Verantwortung des Wissenschaftlers in Diktaturen), die Unterstützung bei der Entwicklung des Ausstellungs- und Dokumentationszentrums der Minderheit in Oppeln sowie die Entwicklung einer gemeinsamen Ausstellung und Konferenz anlässlich 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges und dessen Auswirkung auf die damit z. B. im Oberschlesien und anderswo verbliebenen nunmehr Minderheiten. Ein großes Programm für 2020 liegt vor uns.

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Eröffnung der Ausstellung »Nation und Minderheit« im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz bei Bautzen. Hier findet gerade ein, ebenso vom Innenministerium Sachsen gefördertes, deutsch-tschechisches Schülerprojekte mit Zeitzeugen zu Flucht Vertreibung und Integration statt. Minderheiten und deren wechsel-, teils leidvolle Geschichte gehören in diesem Kontext. Zudem machte ich aber auch auf den Wert von Minderheiten für unsere Gesellschaft aufmerksam: kulturell aber eben auch politisch sozial wirtschaftlich. Interessante Gespräche und Anregungen rundeten diesen schönen Abend ab.

Impressionen der Ausstellungseröffnung in Schmochtitz auf facebook

Erntedankfest! Der Mensch ging früher mit der Natur mit. Gäste aus Sobin (Herbertsdorf) bei Liegnitz (Polen) brachten auch herzliche Glückwünsche, die Bürgermeisterin sprach ebenso die zukünftige Zusammenarbeit an. Die Chöre aus Sobin, des BdV Dresden und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland begeisterten die zahlreichen Gäste. Nächstes Jahr gemeinsames Erntedankfest in Liegnitz!

Impressionen vom Erntedankfest auf facebook

Super Herbst bei Schloss Wernersdorf. Die Jury hat getagt und einstimmig einen würdigen Preisträger ausgewählt. Glückwunsch an den VSK für diese Idee, die wir gern unterstützen, der Literaturpreis kann eine Institution werden.

Impressionen von der Jurysitzung zum Literaturpreis Riesengebirge auf facebook

Eröffnung der Büro- und Ausstellungsräume der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Regionalverband Leipzig und des BdV Regionalverbandes Leipzig. Damit sind jetzt in allen drei Zentren Sachsens Begegnungszentren geschaffen, an die sich auch neu ankommende Spätaussiedler wenden können, sozusagen Integration von Landsmann zu Landsmann. Der BdV Chor und der Kinderchor Sonnenschein der Landsmannschaft umrahmten musikalisch; Musik verbindet und gibt Kraft. Auch der Austausch bei einem selbstgemachten Imbiss kam nicht zu kurz, zudem steht nun die Ausstellung Heimatwechsel, die die wechsel- und leidvolle Geschichte der Spätaussiedler, die spezielle Integration in Sachsen aber auch die sächsisch-russischen Beziehungen erzählt, in den neuen Räumen, später soll sie auf Wanderschaft gehen. Ich erinnerte mit den Worten »es kann nicht gesagt werden was nicht vorher gedacht wurde« an unsere Pflicht, gerade nach dem unfassbaren Verbrechen in Halle, auch bei unterschiedlichen Ansichten und Haltungen, immer den Mitmenschen im anderen zu sehen, Worte sind Haltungen, Worte können verbinden oder zu Hass anstacheln. Wir brauchen dringend mehr Miteinander, mögen die Begegnungsräume dazu beitragen.

Impressionen zur Eröffnung der Büro- und Ausstellungsräume der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Regionalverband Leipzig und des BdV Regionalverbandes Leipzig auf facebook

Bürgermeister Thomas Delling würdigte die aufopferungsvolle Arbeit des Landesvorsitzenden der Vertriebenen und Spätaussiedler, Frank Hirche, und der Vorsitzenden des Stadtverbandes Hoyerswerda, Gisela Lossack. Die eindrucksvolle Festrede zu Menschenrechten und den Grundbedingungen von Frieden hielt der Bürgermeister von Lauta, Frank Lehmann. Ich erinnerte in meinem Grußwort an den Einsatz für die Bewahrung unserer Heimat, für das Leben von Heimatliebe. Der Chor der Volkssolidarität sowie die Vielharmoniker umrahmten stimmungsvoll die gelungene Veranstaltung, Superintendent in Ruhe Friedhart Vogel sprach Worte des Gedenkens und verwies auf die sich anschließende Kranzniederlegung auf dem Vertriebenenfriedhof beim Lager Elsterhorst. Dieser Tag wird auch in Zukunft unverzichtbar sein, er gibt Muße zu Rückblick, kommunaler Vernetzung und Raum für zukünftige regionale und grenzüberschreitende Projekte.

Impressionen zum »Tag der Heimat« in Hoyerswerda auf facebook

In seiner Funktion als Beauftragter für Vertreibene und Spätaussiedler regte Dr. Jens Baumann Überlegungen zur Anerkennung und Entschädigung für das Ehrenamt der betroffenen Klientel an.

Heute bereits zum 6. Mal der Sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung. Über 200 Teilnehmer aus ganz Sachsen lauschten den Chören und Vorträgen, um sich nachher zu eigenen Erfahrungen aber auch des zukünftigen grenzüberschreitenden Miteinander auszutauschen.

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Eröffnung des Servicebüros für Sorbische Sprache in Bautzen durch David Statnik, Vorsitzender der Domowina, Maria Michalk, Vorsitzende des Rates für Sorbische Angelegenheiten und Innenstaatssekretär Prof. Dr Günther Schneider; in Anwesenheit des Mitgliedes des sächsischen Landtages Frank Hirche und mehrerer Bürgermeister. Dieses Büro, angestoßen durch den Rat und finanziell ausgestattet durch den Sächsischen Landtag, ist eine Einmaligkeit und wird die gleichberechtigte Anwendung der Sorbischen Sprache befördern. Hier werden zwei Mitarbeiter sich um Übersetzungen für die Gemeinden im Sorbischen Siedlungsgebiet, um eine entsprechende Internetpräsenz und vieles mehr kümmern. Sprache, so der Innenstaatssekretär Prof Dr Schneider, ist eine bleibende Pflicht aus der sächsischen Verfassung. Sprache schafft Identität. Dieses Büro geht konform mit dem Kommunalprogramm zur Stärkung der Sorbischen Sprache und der heutigen Eröffnung einer Sprachschule in Bautzen. Hiermit wird deutlich: der Freistaat schützt nicht nur Minderheiten, sondern befördert auch ihre aktive Fortentwicklung.

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Tag der Heimat des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz e. V.: Mehr als 300 Teilnehmer, von Plauen Torgau bis nach Oppeln (Opole) waren ein überwältigendes Zeichen, dass dieser Tag in den Herzen der Menschen ist und auch zukünftig von Brauchtumserhalt, aber auch grenzüberschreitender Zusammenarbeit zeugen wird. Ministerpräsident Michael Kretschmer verwies auf die weitere Unterstützung der Vertriebenen und Spätaussiedler, wie auch darauf, dass dieser Tag auch seine eigene Familiengeschichte berührt. Landrat Bernd Lange wie auch Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien Stefan Rauhut sprachen vom Zusammenhalt der Bürger im Landkreis Görlitz und seinen auch schlesischen Wurzeln. MdL Frank Hirche, zugleich Landesvorsitzender, erinnerte an das Wechselspiel von Heimat und dem gemeinsamen Haus Europa. Präsentiert wurde ebenso der neue Film »Das Liegnitzer Pferdchen«, welcher von Flucht Vertreibung und Ankommen erzählt.

Impressiomem von der Veranstaltung zum »Tag der Heimat« auf facebook

Kulturnachmittag der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Ortsgruppe Leipzig in Leipzig-Grünau. Der BM Allgemeine Verwaltung Hörning, MdL Nowak (CDU) und Staatsministerin Köpping waren anwesend. Ich präsentierte hier als zweiten Standort unsere neue Wanderausstellung »Heimatwechsel« zur Situation der Deutschen aus Russland speziell in Sachsen. Der Zuspruch aus dieser Gruppe, eine eigene Aufarbeitung zu haben, ermutigt.

Impressionen von der Wanderausstellung »Heimatwechsel« auf facebook

Die kürzeste Definition von Frieden ist Zufriedenheit, so der ehemalige Bürgermeister von Auschwitz anlässlich der Kranzniederlegung zum Gedenken an die Toten des ehemaligen NKWD Lagers Tost. Insgesamt eine unglaublich beeindruckende Veranstaltung, hervorragend organisiert von Frau Krägel (die hier selbst ihren Vater verlor) und Frau Matheja vom DFK Tost, an der mehr als 80 Gäste aus Deutschland und Polen teilnahmen, bewegende Worte sprach u. a. der Bürgermeister der Stadt Toczek, ehedem eine wichtige Stadt an der via regia und mit einer empfehlenswerten Burg (Eichendorff). Höhepunkt der Veranstaltung war der Gedenkgottesdienst in der katholischen Kirche in der Stadt, zweisprachig und ökumenisch. Die Videos mit den Musikern und Chor sind empfehlenswert. Nehmen Sie sich die Zeit zum Zuhören. Als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen war es mir eine Ehre, die Grußbotschaft unseres Ministerpräsidenten vortragen und für den Freistaat einen Kranz zum Gedenken an die Opfer niederlegen zu können. Einen Tag vor der Europawahl war diese Veranstaltung ein beispielhaftes Zeichen, wie Polen und Deutsche gemeinsam die Zukunft gestalten können.

Impressionen zur Kranzniederlegung zum Gedenken an die Toten des ehemaligen NKWD Lagers Tost auf facebook

Heute wurde der neue Landesbeirat für Integration berufen; neu hinzugekommen bin ua ich als Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen. Ab jetzt haben in dieser wichtigen Angelegenheit die Vertriebenen und Spätaussiedler hier ihre Stimme zur Begleitung gesellschaftsrelevanter Themen. Ich freue mich auf die Arbeit; wir haben uns vorgenommen, quartalsweise zusammen zu kommen, so dass sich auch etwas wirklich bewegen lässt.

Impressionen zum Termin »Berufung des Landesbeirates für Integration« auf facebook

Wanderausstellungen

Folgende Ausstellungen stehen zur Verfügung und können als Wanderausstellungen angefordert werden:

Wanderausstellung »Unsere neue Heimat – Sachsen«

Wanderausstellung »Integration durch Leistung«

Wanderausstellung »Was uns Trachten zu sagen haben«

Wanderausstellung »Heimatwechsel. Sachsen und Russland – Deutsche aus Russland in Sachsen«

Wanderausstellung »Prüfstein des Gewissens. Sächsische Spuren zum 20. Juli 1944«

Wanderausstellung »Nation und Minderheit in Europa«

Ansprechpartner

Die Wanderausstellungen können beim Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler folgende Ausstellungen kostenlos abgerufen werden.

Jens.Baumann@smi.sachsen.de

Hinweise zu Wanderausstellungen

Alle Ausstellungen sind als Rollups leicht transportfähig. Auf Wunsch kann die jeweilige Ausstellungseröffnung nach Absprache mitgestaltet werden.

Der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler ist auch Ansprechpartner im Innenministerium für die Belange der Minderheiten. Für die Kommunen des sorbischen Siedlungsgebietes gibt es im Doppelhaushalt 2019/2020 Zuweisungen für Mehraufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Zweisprachigkeit.

Schuljahreskalender 2019/2020 zum Schülerwettbewerb 2019 »Flucht, Vertreibung und Integration. Geflohen – vertrieben – angekommen? Menschen und ihre Schicksale in Deutschland, Polen, Tschechien«

Der Schuljahreskalender – entstanden aus einem Schülerwettbewerb 2019 – versammelt die 18 Projektergebnisse der beteiligten deutschen, polnischen und tschechischen Schulen, die sich mit über 500 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019 am grenzübergreifenden Schülerwettbewerb »Flucht, Vertreibung und Integration. Geflohen – vertrieben – angekommen? Menschen und ihre Schicksale in Deutschland, Polen, Tschechien« beteiligt haben. Ihnen allen, den Lehrerinnen und Lehrern, den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern gilt unser Dank für das große Engagement und die überaus eindrucksvollen Wettbewerbseinreichungen.

Ausgangspunkt der Wettbewerbsidee war, dass Flucht, Vertreibung und Integration auch heute die Menschen berühren und wieder tagesaktuell sind. Ausgegrenzt, verfolgt und vertrieben wurden Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen seit Urzeiten. Besonders in den Nationalstaaten des 19. und 20. Jahrhunderts erschienen Minderheiten häufig als Fremdkörper, denen mit Vorurteilen, Angst und Ablehnung begegnet wurde. Zuwanderer, Minderheiten, Flüchtlinge wurden zusammengefasst als »Fremde«, die es im günstigen Falle zu assimilieren, oft zu vertreiben oder gar zu vernichten galt.

Für die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkrieges erschien der sogenannte »Bevölkerungstransfer« von Millionen Deutschen aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Brandenburg, Schlesien, Böhmen, Mähren und vielen anderen Gegenden in Ost-, Mittel- und Südosteuropa als adäquate Antwort auf die Verbrechen, mit denen Nazi-Deutschland den Kontinent überzogen hatte. In der Realität erwies sich diese Politik mit all ihrem Leid als Alptraum und Belastung für Generationen.

Die Unmenschlichkeit solcher »Transfers« schien im zusammenwachsenden Europa für die kommenden vier Jahrzehnte gebannt, doch der Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren und die daraus folgenden ethnischen Säuberungen belehrten Europa eines Besseren. Und auch heute beschäftigt uns wieder das Schicksal der vielen Flüchtlinge.

Der Schülerwettbewerb »Flucht, Vertreibung und Integration. Geflohen – vertrieben – angekommen? Menschen und ihre Schicksale in Deutschland, Polen, Tschechien« wollte deshalb die verschiedenen Zeiträume von Flucht, Vertreibung und Integration thematisieren und das Gestern dem Heute gegenüberstellen. Die Bearbeitung dieses umfassenden Themas war dabei freigestellt; und gerade die unterschiedlichen Herangehensweisen und Ausdrucksformen spiegeln die Vielschichtigkeit wider und zeigen, dass Vertreibung kein Mittel der Politik sein darf. Vertreibungen zerstören Lebenswege. Umso wichtiger ist daher im neuen Land auch eine gelingende Integration – für die das Aufnahmeland wie auch die Zuwanderer gleichermaßen verantwortlich sind.

Die Teilnehmerbeiträge machten ebenso deutlich, dass Vielfalt unsere Gesellschaft bereichert. Sie wurde deshalb als wertvoll und erhaltenswert thematisiert, um das gemeinsame kulturelle Erbe zu bewahren und fortzuentwickeln.

Die Wettbewerbsbeiträge weisen zudem, wie schon beim letzten Wettbewerb, darauf hin, dass Heimat ein Ort der Sinngebung ist und für die eigene Identität unverzichtbar bleibt. Heimat vereint dabei mehrere Perspektiven:

  • Heimat bedarf des Schutzes und der Gestaltung.
  • Heimat verändert sich und schöpft doch aus tiefen unvergänglichen Wurzeln.
  • Der Mensch braucht Heimat, sie prägt ihn, und er verändert sich mit ihr gerade auch dann, wenn er gezwungen ist, seine bisherige Heimat zu verlassen und sich anderswo wieder heimisch niederzulassen. Heimat ist daher auch Auftrag, diese anzunehmen und sich in seine neue Heimat hinein zu fühlen.

Heimat gibt es nicht ohne den Menschen. Heimat ist daher genauso Auftrag, den Menschen in ihrer – gewählten – Heimat, aufbauend auf deren Wurzeln, eine lebenswerte Perspektive zu bieten.

Die Preisverleihung fand am 14. Juni 2019 in der Christlichen Schule Johanneum Hoyerswerda im Beisein des Staatssekretärs im Sächsischen Staatsministerin für Kultus, Herbert Wolff, des Juryvorsitzenden Frank Hirche, MdL, und des Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen, Dr. Jens Baumann, statt.

Den Schuljahreskalender 2019/2020 können Sie kostenfrei beim Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler anfordern.

Förderung nach § 96 Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz (BVFG)

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